Des Müllers Blumen
1823Am Bach viel kleine Blumen stehn, Aus hellen blauen Augen sehn; Der Bach, der ist des Müllers Freund, Und hellblau Liebchens Auge scheint, Drum sind es meine Blumen.
Dicht unter ihrem Fensterlein, Da will ich pflanzen die Blumen ein, Da ruft ihr zu, wenn alles schweigt, Wenn sich ihr Haupt zum Schlummer neigt, Ihr wißt ja, was ich meine.
Und wenn sie tät die Äuglein zu Und schläft in süßer, süßer Ruh, Dann lispelt als ein Traumgesicht Ihr zu: Vergiß, vergiß mein nicht! Das ist es, was ich meine.
Und schließt sie früh die Laden auf, Dann schaut mit Liebesblick hinauf: Der Tau in euren Äugelein, Das sollen meine Tränen sein, Die will ich auf euch weinen.
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Interpretation
Das Gedicht "Des Müllers Blumen" von Wilhelm Müller beschreibt die tiefe Sehnsucht und Liebe des Müllers zu seiner Angebeteten. Die Blumen am Bach symbolisieren seine Gefühle und werden als Verbindung zwischen ihm und seiner Liebsten dargestellt. Der Bach, der als Freund des Müllers bezeichnet wird, spiegelt das helle Blau der Augen seiner Geliebten wider, was die Intensität seiner Zuneigung unterstreicht. In den folgenden Strophen plant der Müller, die Blumen unter dem Fenster seiner Liebsten zu pflanzen, um ihr seine Liebe zu gestehen, wenn alles still ist und sie sich zum Schlafen neigt. Dies verdeutlicht seine Sehnsucht nach Nähe und Intimität. Die Vorstellung, dass die Blumen ihr im Traum zuflüstern, sie nicht zu vergessen, zeigt die Tiefe seiner emotionalen Bindung und die Angst vor dem Verlust ihrer Liebe. Die letzte Strophe bringt die unerschütterliche Hoffnung des Müllers zum Ausdruck, dass seine Tränen als Tau in den Augen seiner Geliebten erscheinen mögen, wenn sie am Morgen die Fenster öffnet. Dies symbolisiert seine Bereitschaft, für sie zu leiden und seine tiefe Verbundenheit, die auch in der Trennung bestehen bleibt. Das Gedicht vermittelt somit eine intensive emotionale Landschaft, die von Liebe, Sehnsucht und der Hoffnung auf Erwiderung geprägt ist.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Vergiß, vergiß mein nicht
- Bildsprache
- Am Bach viel kleine Blumen stehn
- Hyperbel
- Die will ich auf euch weinen
- Kontrast
- Wenn sich ihr Haupt zum Schlummer neigt
- Metapher
- Der Bach, der ist des Müllers Freund
- Personifikation
- Aus hellen blauen Augen sehn
- Symbolik
- Des Müllers Blumen
- Vergleich
- Das Tau in euren Äugelein, Das sollen meine Tränen sein