Des Knaben Abendgruss

Karoline von Günderode

1806

Mitternacht! Mitternacht! Ich bin erwacht, Der Mondenschein Schaut hell herein In mein Kämmerlein; Da muß ich traurig sein. Denn sonst im Mondenschein War mit mir am Fensterlein Ein lieblich Mägdelein. Nun muß ich traurig sein, Weil jetzt im Mondenschein Ich bin allein.

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Interpretation

Das Gedicht "Des Knaben Abendgruss" von Karoline von Günderode beschreibt die Einsamkeit und Sehnsucht eines Knaben, der mitten in der Nacht erwacht. Der Mondenschein, der hell in sein Kämmerlein scheint, erinnert ihn an eine vergangene Zeit, in der er nicht allein war. Das lyrische Ich wird von einer melancholischen Stimmung erfasst, da es nun ohne die Gesellschaft eines lieblichen Mädchens am Fenster ist. Die Wiederholung des Satzes "Ich muß ich traurig sein" unterstreicht die tiefe Traurigkeit, die den Knaben ergreift. Der Mondenschein dient als Auslöser für diese Gefühle, da er die Erinnerung an die vergangene Gemeinschaft wachruft. Die Abwesenheit des Mädchens wird durch den Kontrast zwischen der früheren Zweisamkeit und der jetzigen Einsamkeit betont. Die Struktur des Gedichts, mit seinen kurzen Zeilen und dem Reimschema, verleiht ihm eine rhythmische und fast wiegend anmutende Qualität. Dies verstärkt die emotionale Intensität und den inneren Konflikt des Knaben, der zwischen der Schönheit des Mondenscheins und der Trauer über die verlorene Gemeinschaft hin- und hergerissen ist. Das Gedicht vermittelt somit ein tiefes Gefühl von Sehnsucht und Verlust, das durch die nächtliche Atmosphäre und das lyrische Ich verstärkt wird.

Schlüsselwörter

mondenschein mitternacht muß traurig erwacht schaut hell herein

Wortwolke

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Stilmittel

Anapher
Mitternacht! Mitternacht!
Einsamkeit
Ich bin allein
Erinnerung
Nun muß ich traurig sein
Kontrast
Weil jetzt im Mondenschein ich bin allein
Metapher
Der Mondenschein
Personifikation
Der Mondenschein schaut hell herein
Reimschema
AABB
Stimmung
Traurigkeit
Wiederholung
Weil jetzt im Mondenschein