Der Zinnoberschlager

Kurt Schwitters

1928

Ach, wie ist die Welt so tinke, und so sauber und so blank, Denn sie trägt ne tinke Schminke, Und zig Kilometer lang. Und die kleine Omama Macht jetzt immer hoppsassa, Stundenlang, stundenlang. Gott sei Dank!

Denn in Kanada, in Amerika Hoppst die kleine Omama Immer rinn in den Zinnober, Immer knüppeldicke rinn, Hoppst sie unter, hoppst sie ober, Macht sie stets den dollsten Zinn. Aber wie kam in den Zinn In Amerika die kleine Omama? In Amerika die kleine Omama? Omama, Omama.

Ach, wie ist der Schirm so starke, Und so propper und so schlank, Denn es ist ne gute Marke, Und schon fuffzig Jahre lang. Haben Sie noch nie gesehn Omama am Schirme gehen? Jahrelang, Jahrelang? Gott sei Dank!

Denn in Kanada, in Amerika Geht die kleine Omama Immer rinn in den Zinnober, Immer knüppeldicke rinn, Geht se unter, geht sie ober, Macht se stets den dollsten Zinn. Aber wie kam in den Zinn In Amerika die kleine Omama? In Amerika die kleine Omama? Omama, Omama.

Dabei ist er abgebrochen, Dieser so solide Schürm, Hat sie in die Hand gestochen, Denn er hat bereits den Würm. Darum macht die Omama Nur noch immer hoppsassa, Stundenlang, stundenlang. Gott sei Dank!

Denn in Kanada, in Amerika Hoppst die kleine Omama Immer rinn in den Zinnober, Immer knüppeldicke rinn, Hoppst se unter, hoppst se ober, Macht se stets den dollsten Zinn. Sehn Sie, so kam in den Zinn In Amerika die kleine Omama In Amerika die kleine Omama? Omama, Omama.

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Illustration zu Der Zinnoberschlager

Interpretation

Das Gedicht "Der Zinnoberschlager" von Kurt Schwitters ist ein dadaistisches Werk, das durch seine absurde und surreale Sprache besticht. Die Welt wird als "tinke" und "sauber" beschrieben, was auf eine künstliche und oberflächliche Realität hindeutet. Die wiederkehrende Figur der "kleinen Omama" tanzt im "Zinnober", einem Quecksilber, was als Symbol für das Unberechenbare und Chaotische stehen könnte. Die Omama ist eine mysteriöse und rätselhafte Figur, die in Kanada und Amerika tanzt und springt. Ihre Bewegungen sind wild und ungebunden, was auf eine Befreiung von gesellschaftlichen Konventionen hindeutet. Die Wiederholung des Namens "Omama" am Ende jeder Strophe verstärkt die rätselhafte Natur dieser Figur und schafft einen rhythmischen Klang, der an einen Schlager erinnert. Die Erwähnung eines "Schirms" und einer "Marke" fügt weitere surreale Elemente hinzu. Der Schirm, der "solide" und "propper" ist, wird plötzlich "abgebrochen" und "in die Hand gestochen", was auf eine gewaltsame und unerwartete Wendung hindeutet. Die Omama tanzt weiterhin "hoppsassa", was auf eine unerschütterliche Lebensfreude und Widerstandsfähigkeit schließen lässt. Insgesamt ist das Gedicht eine humorvolle und absurde Auseinandersetzung mit der Realität und der menschlichen Existenz.

Schlüsselwörter

omama kleine amerika hoppst rinn zinn macht stundenlang

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Und so propper und so schlank
Anapher
Denn in Kanada, in Amerika
Metapher
Denn sie trägt ne tinke Schminke
Personifikation
Und so propper und so schlank
Reim
lang, lang
Rhythmus
Hoppst die kleine Omama Immer rinn in den Zinnober, Immer knüppeldicke rinn
Wiederholung
Omama, Omama