Der Zeitgeist
1843Die Menschen finden sich in dieser Welt zum Leben, Wie Jahre sind, wie Zeiten höher streben, So wie der Wechsel ist, ist übrig vieles Wahre, Daß Dauer kommt in die verschiednen Jahre; Vollkommenheit vereint sich so in diesem Leben, Daß diesem sich bequemt der Menschen edles Streben.
Mit Untertänigkeit Scardanelli. 24 Mai 1748.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Zeitgeist" von Friedrich Hölderlin beschäftigt sich mit der Vergänglichkeit der Zeit und der Suche des Menschen nach Beständigkeit und Vollkommenheit. Hölderlin vergleicht das menschliche Leben mit den Jahren und Zeiten, die ständig streben und sich verändern. Trotz des ständigen Wandels bleibt viel Wahres bestehen, und die Dauer findet ihren Weg in die verschiedenen Jahre. Der Dichter deutet an, dass sich die Vollkommenheit im Leben manifestiert und das edle Streben der Menschen sich daran anpasst. Die Struktur des Gedichts spiegelt die Idee des Wandels und der Beständigkeit wider. Die Zeilen fließen ineinander über und erzeugen einen Rhythmus, der den kontinuierlichen Lauf der Zeit symbolisiert. Hölderlin verwendet Metaphern wie "Jahre" und "Zeiten", um die verschiedenen Phasen des Lebens und der Geschichte darzustellen. Die Wiederholung des Wortes "wie" unterstreicht die Ähnlichkeit zwischen dem menschlichen Streben und dem natürlichen Zyklus der Zeit. Die Schlusszeile "Mit Untertänigkeit Scardanelli. 24 Mai 1748" fügt dem Gedicht eine persönliche Note hinzu. Hölderlin verwendet hier den Namen "Scardanelli", unter dem er später seine Werke signierte, als Zeichen der Demut und Unterwürfigkeit gegenüber der Zeit und dem Schicksal. Das Datum könnte auf einen Wendepunkt in seinem Leben oder in der Geschichte hinweisen, der die Themen des Gedichts unterstreicht. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefgründige Reflexion über die menschliche Existenz im Kontext der Zeit und des Wandels.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Vollkommenheit vereint sich so in diesem Leben
- Bildsprache
- Daß diesem sich bequemt der Menschen edles Streben
- Hyperbel
- Daß Dauer kommt in die verschiednen Jahre
- Metapher
- Wie Jahre sind, wie Zeiten höher streben
- Parallelismus
- Wie Jahre sind, wie Zeiten höher streben
- Personifikation
- Wie Jahre sind, wie Zeiten höher streben