Der Winter
1887Der Sturm heult immer laut in den Kaminen Und jede Nacht ist blutig-rot und dunkel. Die Häuser recken sich mit leeren Mienen.
Nun wohnen wir in rings umbauter Enge, Im kargen Licht und Dunkel unserer Gruben, Wie Seiler zerrend graür Stunden Länge.
Die Tage zwängen sich in niedre Stuben, Wo heisres Feür krächzt in großen Öfen. Wir stehen an den ausgefrornen Scheiben Und starren schräge nach den leeren Höfen.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Winter" von Georg Heym beschreibt eine düstere und bedrückende Winterlandschaft. Der Sturm heult laut in den Kaminen und die Nächte sind blutig-rot und dunkel. Die Häuser recken sich mit leeren Mienen, was eine Atmosphäre der Verlassenheit und Hoffnungslosigkeit schafft. Die Menschen leben in engen Räumen, in denen nur spärliches Licht und Dunkelheit herrschen. Sie sind wie Seiler, die graue Stunden der Länge ziehen, was auf eine monotone und langweilige Existenz hindeutet. Die Tage sind ebenfalls trist und beengend. Sie zwängen sich in niedrige Stuben, in denen ein heiseres Feuer in großen Öfen krächzt. Die Menschen stehen an den ausgefrorenen Scheiben und starren schräg auf die leeren Höfe. Dies verdeutlicht die Isolation und Einsamkeit, die der Winter mit sich bringt. Die Menschen sind gefangen in ihren Häusern und können nur durch die Fenster auf die leere und öde Umgebung blicken. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine sehr negative und depressive Stimmung. Der Winter wird als eine Zeit der Dunkelheit, Kälte und Einsamkeit dargestellt. Die Menschen sind eingesperrt in ihren Häusern und haben keine Freude oder Hoffnung. Das Gedicht spiegelt die typische Stimmung des Expressionismus wider, der oft düstere und pessimistische Themen behandelte.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- Starren schräge nach den leeren Höfen
- Metapher
- Kargen Licht und Dunkel unserer Gruben
- Personifikation
- Die Tage zwängen sich in niedre Stuben
- Vergleich
- Wie Seiler zerrend graür Stunden Länge