Der Winter [3]

Friedrich Hölderlin

1843

Wenn ungesehn und nun vorüber sind die Bilder Der Jahreszeit, so kommt des Winters Dauer, Das Feld ist leer, die Ansicht scheinet milder, Und Stürme wehn umher und Regenschauer.

Als wie ein Ruhetag, so ist des Jahres Ende, Wie einer Frage Ton, daß dieser sich vollende, Alsdann erscheint des Frühlings neues Werden, So glänzet die Natur mit ihrer Pracht auf Erden.

Mit Untertänigkeit Scardanelli.

d. 24 April 1849.

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Interpretation

Das Gedicht "Der Winter [3]" von Friedrich Hölderlin beschreibt den Übergang von der Jahreszeit zum Winter und die damit verbundene Veränderung der Natur. Hölderlin schildert, wie die Bilder der Jahreszeit vorübergehen und der Winter mit seiner Dauer Einzug hält. Das Feld wird leer und die Landschaft erscheint milder, während Stürme und Regenschauer umherwehen. Hölderlin vergleicht das Ende des Jahres mit einem Ruhetag und dem Ton einer Frage, die sich vollendet. Anschließend erscheint das neue Werden des Frühlings, und die Natur erstrahlt in ihrer Pracht auf Erden. Das Gedicht vermittelt den Eindruck eines natürlichen Zyklus, in dem der Winter als eine Art Pause oder Ruhephase fungiert, bevor der Frühling mit neuem Leben und Wachstum beginnt. Die letzten Zeilen des Gedichts enthalten eine Widmung an "Scardanelli" mit dem Zusatz "Mit Untertänigkeit" und dem Datum "24. April 1849". Dieser Zusatz deutet darauf hin, dass Hölderlin das Gedicht zu einem späteren Zeitpunkt, möglicherweise während seiner Zeit in der Tübinger Stift, verfasst hat. Die Widmung an Scardanelli könnte auf eine persönliche Beziehung oder eine literarische Figur hinweisen, die Hölderlin zu dieser Zeit beschäftigte.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Hyperbel
Und Stürme wehn umher und Regenschauer
Metapher
Wenn ungesehn und nun vorüber sind die Bilder Der Jahreszeit
Personifikation
So glänzet die Natur mit ihrer Pracht auf Erden
Vergleich
Als wie ein Ruhetag, so ist des Jahres Ende