Der Weisheitszahn
1808Wart allweil auf den Weisheitszahn, Die andern fallen aus - I denk, i zieh mein Pelzrock an Und geh schön stat nach Haus!
Was hilft denn a dös Warten jetzt,
Dös Herstehn da im Schnee; Da könn i mi verkältn z′letzt, Dös Gscheitest ist - i geh!
Zur Einsicht bin i endli glangt, Den krieg i nimmer - i! Allweil hat mir vor Weisheit bangt: An Zahn hats ghabt auf mi!
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Interpretation
Das Gedicht "Der Weisheitszahn" von Franz Carl Spitzweg beschäftigt sich mit der Erkenntnis, dass manche Dinge im Leben nicht zu erlangen sind, und der Akzeptanz dieser Tatsache. Der Sprecher wartet auf den Weisheitszahn, der als Symbol für Weisheit und Reife steht. Doch während die anderen Zähne ausfallen, bleibt der Weisheitszahn aus. Der Sprecher beschließt, seinen Pelzrock anzuziehen und nach Hause zu gehen, anstatt weiter auf den Weisheitszahn zu warten. Die zweite Strophe verdeutlicht die Sinnlosigkeit des Wartens. Der Sprecher fragt sich, was das Warten in der Kälte und im Schnee bringt. Er könnte sich am Ende erkälten und erkennt, dass das Klügste ist, einfach zu gehen. Der Sprecher hat erkannt, dass er den Weisheitszahn nie bekommen wird und dass er sich immer vor Weisheit gefürchtet hat. Es scheint, als hätte das Schicksal es darauf angelegt, dass er nie weise wird. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine humorvolle und selbstironische Botschaft über die menschliche Natur und die Suche nach Weisheit. Der Sprecher akzeptiert seine eigene Unzulänglichkeit und findet Frieden damit, nicht der Weisheit letzter Schluss zu sein. Das Gedicht lädt den Leser dazu ein, über die eigene Suche nach Weisheit und die Akzeptanz der eigenen Grenzen nachzudenken.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Wart allweil auf den Weisheitszahn, / Die andern fallen aus -
- Binnenreim
- Allweil hat mir vor Weisheit bangt: / An Zahn hats ghabt auf mi!
- Enjambement
- Wart allweil auf den Weisheitszahn, / Die andern fallen aus -
- Metapher
- Der Weisheitszahn
- Sprachliche Bildlichkeit
- Denn a dös Warten jetzt, / Dös Herstehn da im Schnee
- Umgangssprache
- I denk, i zieh mein Pelzrock an / Und geh schön stat nach Haus!