Der Weise
1726Von allen Freuden abgeschieden, Mit Wasser und mit Brod zufrieden, Lebt dort Arist vergnügt allein. Und man verleibet ihn den Reihn Der Weisen unsrer Zeiten ein.
Von ihm bin ich nicht unterschieden. Ich lebe so wie er zufrieden, - - Doch nur bey Freuden, Mädchen, Wein: Warum verleibt man mich den Reihn.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Weise" von Christian Felix Weiße beschreibt den Kontrast zwischen einem weisen Mann namens Arist und dem lyrischen Ich. Arist lebt ein asketisches Leben, abgeschieden von allen Freuden, zufrieden mit Wasser und Brot. Er wird als weise und glücklich in seiner Einsamkeit dargestellt und in die Reihe der Weisen unserer Zeit eingeordnet. Das lyrische Ich hingegen führt ein Leben voller Freuden, Mädchen und Wein. Es lebt ebenfalls zufrieden, jedoch auf eine andere Art und Weise als Arist. Das lyrische Ich stellt die Frage, warum es nicht ebenfalls in die Reihe der Weisen eingeordnet wird, obwohl es genauso zufrieden mit seinem Leben ist. Das Gedicht wirft die Frage auf, was Weisheit ausmacht und ob ein asketisches Leben die einzige Form der Weisheit ist. Es deutet an, dass auch ein Leben voller Freuden und Genüsse als weise betrachtet werden kann, solange man damit zufrieden ist. Das lyrische Ich fordert eine Neudefinition von Weisheit, die verschiedene Lebensstile und Wege zum Glück einschließt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Ironie
- Und man verleibet ihn den Reihn Der Weisen unsrer Zeiten ein. - Warum verleibt man mich den Reihn.
- Kontrast
- Von allen Freuden abgeschieden, Mit Wasser und mit Brod zufrieden, Lebt dort Arist vergnügt allein. - Doch nur bey Freuden, Mädchen, Wein: Warum verleibt man mich den Reihn.
- Parallelismus
- Von ihm bin ich nicht unterschieden. Ich lebe so wie er zufrieden