Der Wein keine Panacee
1806In jedem Kummer, jedem Schmerz Preist immerhin den Wein als einen Wunderthäter, Sagt, er erhellt den Geist, entführt ihn himmelwärts, Gibt kranken Seelen Schwung, macht leicht das Blut wie Aether, Hebt den Entschluß zur That und zur Versöhnung räth er: Mir unterhält, erwärmt, entflammt er nur das Herz, Mahlt Daphnen Reiz mir vor und ihren süßen Scherz, Und - ach! von ihrem Stolz schweigt einzig der Verräther.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Wein keine Panacee" von Heinrich Christian Boie beschreibt die Wirkung des Weins auf verschiedene Menschen und Situationen. Der Wein wird als Wundertäter gepriesen, der den Geist erhellt, kranke Seelen belebt und den Entschluss zur Tat hebt. Er wird als Mittel zur Versöhnung und Erleichterung in Kummer und Schmerz dargestellt. Der Sprecher des Gedichts jedoch erlebt den Wein anders. Für ihn dient der Wein nicht als Lösung für Probleme oder als Mittel zur Erhebung des Geistes. Stattdessen erinnert er ihn an seine Liebe zu Daphnen und ihre süßen Scherze. Der Wein entfacht in ihm nur die Flamme des Herzens, ohne die ersehnte Versöhnung oder Lösung zu bringen. Das Gedicht endet mit einem ironischen Twist. Während der Wein für andere als Verräter dient, der sie von ihren Sorgen ablenkt, schweigt er für den Sprecher über Daphnens Stolz. Der Wein kann ihm nicht helfen, ihre Ablehnung oder Gleichgültigkeit zu überwinden. So wird der Wein zu einem Symbol für die unerfüllte Liebe und die Unmöglichkeit, durch äußere Mittel innere Konflikte zu lösen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- Mahlt Daphnen Reiz mir vor und ihren süßen Scherz
- Hyperbel
- Mach Licht das Blut wie Aether
- Ironie
- Und - ach! von ihrem Stolz schweigt einzig der Verräther
- Kontrast
- Hebt den Entschluß zur That und zur Versöhnung räth er: Mir unterhält, erwärmt, entflammt er nur das Herz
- Metapher
- Entführt ihn himmelwärts
- Personifikation
- Gibt kranken Seelen Schwung
- Symbolik
- Der Wein als Wunderthäter