Der Wartturm

Hanns von Gumppenberg

1928

Hoch stauen sich die Wälder Am alten Mauerrest; Dem grauen Todesmelder Bereiten sie ein Fest.

Mit grünem Jubilieren Umdrängen sie den Greis: “Was träumst du vom Verlieren, Davon ein Tor nur weiß?

Sieh! Lebenslust und Lieben Hat ewig Sang und Tanz, Und du bist stark geblieben - So lache nun im Kranz!”

Der Alte möchte brummen, Er denkt, was nie sich neut - Und doch: die lieben dummen, Wie freuen sie ihn heut!

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Illustration zu Der Wartturm

Interpretation

Das Gedicht "Der Wartturm" von Hanns von Gumppenberg erzählt von einem alten Wartturm, der von den ihn umgebenden Wäldern mit einem Fest geehrt wird. Die Wälder stauen sich um den Turm, der als "grauer Todesmelder" bezeichnet wird, und feiern ihn mit grünem Jubilieren. Sie fragen ihn, warum er vom Verlieren träume, und erinnern ihn daran, dass Lebenslust und Lieben ewig währen. Der Wartturm, als alter Mann symbolisiert, möchte brummen und an das denken, was nie neu wird. Doch die lieben dummen Wälder, die ihn mit ihrem Fest erfreuen, bringen ihn dazu, trotz seiner anfänglichen Skepsis, in den Kranz zu lachen. Das Gedicht vermittelt eine Botschaft der Hoffnung und des Lebenswillens, auch im Angesicht des Todes und des Alters.

Schlüsselwörter

lieben hoch stauen wälder alten mauerrest grauen todesmelder

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Stilmittel

Alliteration
Lebenslust und Lieben
Ironie
Was träumst du vom Verlieren, Davon ein Tor nur weiß?
Kontrast
Der Alte möchte brummen, Er denkt, was nie sich neut
Metapher
Dem grauen Todesmelder
Personifikation
Die lieben dummen, Wie freuen sie ihn heut!