Der wandernde Student

Joseph von Eichendorff

1837

Bei dem angenehmsten Wetter Singen alle Vögelein, Klatscht der Regen auf die Blätter, Sing ich so für mich allein.

Denn mein Aug kann nichts entdecken, Wenn der Blitz auch grausam glüht, Was im Wandern könnt erschrecken Ein zufriedenes Gemüt.

Frei von Mammon will ich schreiten Auf dem Feld der Wissenschaft, Sinne ernst und nahm zu Zeiten Einen Mund voll Rebensaft.

Bin ich müde vom Studieren, Wann der Mond tritt sanft herfür, Pfleg ich dann zu musizieren Vor der Allerschönsten Tür.

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Illustration zu Der wandernde Student

Interpretation

Das Gedicht "Der wandernde Student" von Joseph von Eichendorff beschreibt die innere Einstellung und Lebensweise eines Studenten, der auf der Suche nach Wissen und Freiheit ist. Trotz der Schönheit der Natur und des Gesangs der Vögel, der durch den Regen unterbrochen wird, singt der Student für sich allein. Dies deutet auf eine gewisse Einsamkeit und Selbstreflexion hin, die jedoch nicht als negativ empfunden wird, sondern als Teil seines individuellen Weges. Der Student zeigt sich unerschrocken gegenüber den Herausforderungen des Lebens und des Studiums. Selbst der "grausame" Blitz kann ein "zufriedenes Gemüt" nicht erschrecken. Dies unterstreicht die innere Ruhe und Zufriedenheit des Studenten, der frei von materialistischen Sorgen ("Mammon") ist und sich auf dem "Feld der Wissenschaft" bewegt. Die Erwähnung des "Rebensafts" lässt auf Momente der Entspannung und des Genusses schließen, die den ernsten Studienalltag auflockern. Die letzte Strophe offenbart eine romantische Seite des Studenten. Wenn er müde vom Studium ist und der Mond aufgeht, spielt er vor der Tür seiner Angebeteten Musik. Dies zeigt, dass der Student trotz seiner wissenschaftlichen Bestrebungen auch die emotionalen und zwischenmenschlichen Aspekte des Lebens schätzt. Insgesamt porträtiert das Gedicht einen Studenten, der ein ausgewogenes Leben zwischen Studium, Naturverbundenheit, Freiheit und Liebe führt.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Sinne ernst und nahm zu Zeiten / Einen Mund voll Rebensaft
Bildsprache
Was im Wandern könnt erschrecken / Ein zufriedenes Gemüt
Hyperbel
Vor der Allerschönsten Tür
Kontrast
Bei dem angenehmsten Wetter / Singen alle Vögelein, / Klatscht der Regen auf die Blätter
Metapher
Frei von Mammon will ich schreiten
Personifikation
Klatscht der Regen auf die Blätter