Der Wanderer und der Bach
1833Wohin, o Bächlein, schnelle? “Hinab ins Tal.” Verhalte deine Welle! “Ein andermal.”
Was treibt dich so von hinnen? “Ei, hielt ich je?” Willst du nicht ruh′n und sinnen? “Ja, dort im See.”
Bist du schon gram der Erden? “Ich eile zu.” Du wirst schon still werden! “Nicht minder du.”
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Interpretation
Das Gedicht "Der Wanderer und der Bach" von Martin Greif handelt von einem Dialog zwischen einem Wanderer und einem Bach, der stetig fließt. Der Wanderer fragt den Bach, wohin er so schnell eilt und warum er nicht anhält, um zu ruhen und nachzudenken. Der Bach antwortet, dass er unaufhaltsam seinem Ziel, dem Tal, entgegenfließt und erst im See zur Ruhe kommen wird. In der zweiten Strophe fragt der Wanderer weiter nach, ob der Bach schon ungeduldig geworden ist und ob er nicht bald zur Ruhe kommen wird. Der Bach antwortet, dass er weiter eilt und sich erst im See beruhigen wird. Der Wanderer scheint den Bach zu ermahnen, langsamer zu werden und das Leben zu genießen, anstatt ständig vorwärts zu eilen. In der letzten Strophe weist der Bach den Wanderer zurecht und sagt, dass er genauso ungeduldig und ruhelos ist wie der Bach selbst. Der Wanderer, der den Bach ermahnt, sollte sich selbst erst einmal fragen, ob er nicht auch unruhig und ungeduldig ist. Das Gedicht vermittelt die Botschaft, dass jeder Mensch sein eigenes Tempo und seinen eigenen Weg hat und dass es wichtig ist, das eigene Leben zu leben, anstatt anderen Menschen Ratschläge zu geben.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Wohin, o Bächlein, schnelle? "Hinab ins Tal." Verhalte deine Welle! "Ein andermal."
- Antithese
- Nicht minder du.
- Metaphor
- Bist du schon gram der Erden?
- Personifikation
- Verhalte deine Welle!
- Rhetorische Frage
- Wohin, o Bächlein, schnelle?