Der Wanderer im Schnee
1918Steh auf, steh auf! Ich bin die ganze Nacht im Schnee gegangen – Die müden Häuser lauschen mit im Bangen, Nur die blinden Straßenlichter wachen – Steh auf, und laß uns Hochzeit machen!
Wie lange hab ich meinen Durst ertragen, Ließ Tage, Städte weiterjagen. Doch Sehnsucht hat mich hergetrieben – Ich kann doch dich nur lieben. Wie kann mich Schlaf zufrieden laben – Ich bin von weit durch Nacht und Schnee gekommen, Durch dieselben Gassen hergeklommen, Und will dich wieder, wieder haben!
Steh auf, steh auf, die Stunden dringen! Reiß die Gardinen auf und zünde Licht, Steh auf, ich will die Hochzeit bringen! – Hörst du, hörst du denn nicht?
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Interpretation
Das Gedicht "Der Wanderer im Schnee" von Gerrit Engelke handelt von einem Liebenden, der durch die Nacht und den Schnee zu seiner Geliebten gereist ist. Er bittet sie dringend aufzustehen und mit ihm die Hochzeit zu feiern. Die Sehnsucht hat ihn angetrieben, obwohl er lange Zeit seinen Durst ertragen und Tage und Städte hinter sich gelassen hat. Nun ist er von weit hergekommen und will seine Geliebte wieder und wieder haben. Die Stimmung des Gedichts ist dringlich und leidenschaftlich. Der Wanderer ist müde von seiner langen Reise durch die Nacht und den Schnee, aber seine Sehnsucht und Liebe treiben ihn an. Er bittet seine Geliebte, die Gardinen aufzureißen und Licht anzuzünden, um die Hochzeit zu feiern. Die Wiederholung des Satzes "Steh auf, steh auf" unterstreicht die Dringlichkeit seiner Bitte. Das Gedicht vermittelt eine romantische und leidenschaftliche Stimmung. Der Wanderer ist bereit, alles für seine Liebe zu tun, und bittet seine Geliebte, sich ihm hinzugeben. Die Bilder von Schnee und Nacht verstärken die Intensität der Emotionen und die Dringlichkeit der Situation.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Steh auf, steh auf!
- Hyperbel
- Ich bin von weit durch Nacht und Schnee gekommen
- Metapher
- Ließ Tage, Städte weiterjagen
- Personifikation
- Die müden Häuser lauschen mit im Bangen, Nur die blinden Straßenlichter wachen
- Rhetorische Frage
- Hörst du, hörst du denn nicht?