Der Wanderbursch
1816Ein duftig Sträußlein auf dem Hut Und frischer Mut und junges Blut, So läßt sich′s fröhlich wandern; Das Sträußlein kam von ihrer Hand Und um den Hut das grüne Band Kam auch von keiner andern.
Und übers Jahr, o Lieb′, o Glück! Kehr′ ich mit Strauß und Band zurück, Daß sich ihr Herz dran freue. Und ist verwelkt der frische Strauß Und wusch das Band der Regen aus, Hielt Farbe doch die Treue.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Wanderbursch" von Julius Karl Reinhold Sturm erzählt von einem jungen Wanderer, der mit einem Strauß auf dem Hut und frischem Mut aufbricht. Der Strauß ist ein Geschenk einer geliebten Person, ebenso wie das grüne Band um seinen Hut, was die Verbundenheit und Zuneigung symbolisiert. Der Wanderer ist voller Freude und Zuversicht, bereit, die Welt zu erkunden, während er die Erinnerung an seine Liebe bei sich trägt. Ein Jahr später plant der Wanderer, mit dem gleichen Strauß und Band zurückzukehren, in der Hoffnung, das Herz seiner Geliebten zu erfreuen. Doch er ist sich bewusst, dass der Strauß verwelkt sein und das Band vom Regen ausgespült sein könnte. Trotz dieser äußeren Veränderungen bleibt die Treue unverändert, was die Beständigkeit und Tiefe seiner Liebe unterstreicht. Die äußeren Symbole mögen verblassen, aber die innere Verbundenheit bleibt stark und unerschütterlich. Das Gedicht vermittelt eine Botschaft über die Vergänglichkeit äußerer Zeichen der Liebe und die Beständigkeit wahrer Gefühle. Es zeigt, dass wahre Liebe nicht von äußeren Umständen abhängt, sondern in der Treue und inneren Verbundenheit wurzelt. Der Wanderer ist bereit, die Herausforderungen der Zeit zu meistern, solange seine Liebe und Treue ungebrochen bleiben.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Ein duftig Sträußlein auf dem Hut
- Metapher
- Ein duftig Sträußlein auf dem Hut
- Personifikation
- Und ist verwelkt der frische Strauß
- Symbolik
- Hielt Farbe doch die Treue