Der Wachtelruf
1918Wir gingen sacht dem Abend nach, Der Himmel war ein goldnes Dach, Der Tann voll dunkler Kammern stand, Und wie ein Bett das Ährenland. Ein Lockruf tat ans Ohr mir gehen, Andächtig blieb der Fuß uns stehen. Der Wachtel Herz noch spät anschlug, Sie hatte nicht vom Tag genug, Sie fand noch keine Abendzeit, Rief noch ihr Glück aus meilenweit.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Wachtelruf" von Max Dauthendey beschreibt eine friedvolle Abendstimmung in der Natur. Die Stimmung ist ruhig und andächtig, wie es der Titel und die ersten Zeilen vermitteln. Der Himmel wird als goldenes Dach beschrieben, die Tannen als dunkle Kammern und das Ährenland als ein Bett. Diese Bilder schaffen eine warme und einladende Atmosphäre, die den Leser in die Szene eintauchen lässt. Die Stimmung wird durch den Wachtelruf, der als "Lockruf" beschrieben wird, noch verstärkt. Der Ruf ist so faszinierend, dass die Wanderer innehalten und andächtig lauschen. Der Wachtelruf symbolisiert die Sehnsucht nach dem Tag und dem Leben, die noch nicht vorbei sein will. Die Wachtel scheint noch nicht bereit zu sein, den Tag hinter sich zu lassen und ruft noch immer ihr Glück aus meilenweit. Das Gedicht endet mit der Vorstellung, dass die Wachtel noch nicht genug vom Tag hat und noch keine Abendzeit gefunden hat. Dies deutet darauf hin, dass die Natur und das Leben immer weitergehen, auch wenn die Nacht hereinbricht. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Verbundenheit mit der Natur und eine Wertschätzung für die Schönheit und den Rhythmus des Lebens.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Der Wachtel Herz noch spät anschlug
- Metapher
- Der Himmel war ein goldnes Dach
- Personifikation
- Wir gingen sacht dem Abend nach
- Vergleich
- Und wie ein Bett das Ährenland