Der Vorzug der Deutschen
1758Trotzt auf den Vorzug nur, entfernt Nationen! Nein, Deutschlands Klugheit lob ich mir: Und die in Süd und West, in Nord und Osten wohnen, Sind halb so weise nicht, als wir.
Der leere Franzmann pfeift, und schneidet Capriolen; Der römische Castrate singt; Der Britte läßt am Strang sich Miltons Teufel holen, Der Deutsche, was thut der? er trinkt!
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Interpretation
Das Gedicht "Der Vorzug der Deutschen" von Christian Felix Weiße beschreibt die vermeintliche Überlegenheit der Deutschen gegenüber anderen Nationen. Es beginnt mit einer Aufforderung an andere Nationen, sich nicht über den Vorzug der Deutschen zu ärgern, da die Deutschen als besonders klug gelten. Diese Überlegenheit wird als ein nationales Merkmal dargestellt, das alle Deutschen gleichermaßen auszeichnet. Im zweiten Teil des Gedichts werden die anderen Nationen mit ihren jeweiligen Eigenschaften und Verhaltensweisen kontrastiert. Der Franzose wird als oberflächlich und tänzelnd dargestellt, der Römer als künstlich und unmännlich durch seinen Gesang, und der Brite als literarisch gebildet, aber vielleicht auch etwas weltfremd. Diese Stereotypen dienen dazu, die Deutschen als bodenständig und nüchtern darzustellen. Der letzte Vers bringt den vermeintlichen Vorzug der Deutschen auf den Punkt: Während die anderen Nationen sich mit oberflächlichen oder künstlichen Beschäftigungen abgeben, bleibt der Deutsche bei seiner traditionellen und bodenständigen Freizeitbeschäftigung - dem Trinken. Dies wird als Zeichen von Gesundheit und Natürlichkeit interpretiert, im Gegensatz zu den als künstlich oder übertrieben empfundenen Verhaltensweisen der anderen Nationen.
Schlüsselwörter
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Stilmittel
- Hyperbel
- Und die in Süd und West, in Nord und Osten wohnen, / Sind halb so weise nicht, als wir.
- Kontrast
- Der leere Franzmann pfeift, und schneidet Capriolen; / Der römische Castrate singt; / Der Britte läßt am Strang sich Miltons Teufel holen, / Der Deutsche, was thut der? er trinkt!
- Personifikation
- Trotzt auf den Vorzug nur, entfernt Nationen!