Der Vogel
1908Es sitzt ein Vogel auf dem Leim, Er flattert sehr und kann nicht heim. Ein schwarzer Kater schleicht herzu, Die Krallen scharf, die Augen gluh. Am Baum hinauf und immer höher Kommt er dem armen Vogel näher.
Der Vogel denkt: Weil das so ist Und weil mich doch der Kater frißt, So will ich keine Zeit verlieren, Will noch ein wenig quinquilieren Und lustig pfeifen wie zuvor. Der Vogel, scheint mir, hat Humor…
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Interpretation
Das Gedicht "Der Vogel" von Wilhelm Busch erzählt von einem Vogel, der in einer ausweglosen Situation gefangen ist. Er sitzt auf einem Leim und kann nicht fliehen, während ein schwarzer Kater mit scharfen Krallen und glühenden Augen auf ihn zukommt. Der Vogel ist sich seiner bevorstehenden Gefahr bewusst, entscheidet sich aber, die verbleibende Zeit zu nutzen, um noch einmal fröhlich zu pfeifen und das Leben zu genießen. Diese Entscheidung zeigt eine gewisse Resignation und Akzeptanz des Schicksals, aber auch einen Hauch von Humor und Lebensfreude. Der Vogel im Gedicht scheint eine gewisse Weisheit zu besitzen, indem er erkennt, dass es sinnlos ist, sich über das Unvermeidliche zu ärgern. Stattdessen wählt er, die letzten Momente seines Lebens mit Freude und Gelassenheit zu verbringen. Diese Haltung kann als eine Metapher für das menschliche Leben verstanden werden, in dem man oft mit unausweichlichen Herausforderungen und Enden konfrontiert ist. Der Vogel lehrt uns, dass es wichtig ist, auch in schwierigen Zeiten das Positive zu sehen und das Leben zu feiern, solange es möglich ist. Wilhelm Busch nutzt die Figur des Vogels, um eine tiefere Botschaft über die menschliche Natur und den Umgang mit dem Tod zu vermitteln. Der Humor, den der Vogel an den Tag legt, ist eine Form des Widerstands gegen die Finsternis und das Unheil, das auf ihn zukommt. Es ist eine Erinnerung daran, dass Humor und Leichtigkeit auch in den dunkelsten Stunden eine Rolle spielen können. Das Gedicht regt zum Nachdenken über die eigene Sterblichkeit und die Art und Weise an, wie man mit dem Unvermeidlichen umgeht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Die Krallen scharf, die Augen gluh
- Bildsprache
- Am Baum hinauf und immer höher Kommt er dem armen Vogel näher
- Ironie
- So will ich keine Zeit verlieren, Will noch ein wenig quinquiliere Und lustig pfeifen wie zuvor
- Metapher
- Es sitzt ein Vogel auf dem Leim
- Personifikation
- Der Vogel denkt: Weil das so ist Und weil mich doch der Kater frißt