Der Vögel Abschied
1810Ade, ihr Felsenhallen, Du schönes Waldrevier, Die falben Blätter fallen, Wir ziehen weit von hier.
Träumt fort im stillen Grunde! Die Berg stehn auf der Wacht, Die Sterne machen Runde Die lange Winternacht.
Und ob sie all verglommen, Die Täler und die Höhn - Lenz muß doch wiederkommen Und alles auferstehn!
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Interpretation
Das Gedicht "Der Vögel Abschied" von Joseph von Eichendorff beschreibt das Abschiednehmen der Vögel von ihrer Sommerheimat. Die Vögel verlassen die Felsenhallen und das schöne Waldrevier, während die gelben Blätter fallen. Sie ziehen weit weg von hier und träumen im stillen Grunde weiter. Die zweite Strophe zeigt die winterliche Landschaft, in der die Berge auf der Wacht stehen und die Sterne die lange Winternacht umrunden. Trotz der Verödung der Täler und Höhen, die im dritten Vers angedeutet wird, kehrt der Frühling unweigerlich zurück. Die Vögel und die Natur werden wieder auferstehen und neues Leben bringen. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung, die jedoch von einer hoffnungsvollen Botschaft durchdrungen ist. Es symbolisiert den Kreislauf des Lebens und die Unausweichlichkeit des Wandels. Trotz der Trennung und des Verlustes gibt es immer die Gewissheit, dass das Leben weitergeht und sich erneuert.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Ade, ihr Felsenhallen, Du schönes Waldrevier
- Hyperbel
- Die lange Winternacht
- Metapher
- Lenz muß doch wiederkommen
- Personifikation
- alles auferstehn
- Symbolik
- Die falben Blätter fallen