Der Undankbare

Christian Felix Weiße

1758

Mein Damon - - ja, er fliehet mich, Entreisset meinen Fesseln sich! Was gleichet meinem Schmerz! Er glaubt, daß ich ihm grausam bin, Und trägt sein Herz zu Daphnen hin: Ach! kennt er doch mein Herz! Macht ihm mein oft verirrter Blick Sein mündlich ihm versagtes Glück Nicht schmachtend offenbar? O möcht er mir nur untreu seyn, So rächt ich mich durch Stolz: allein, Er ist auch undankbar!

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Interpretation

Das Gedicht "Der Undankbare" von Christian Felix Weiße handelt von einer unglücklichen Liebe und der Enttäuschung, die der Sprecher aufgrund der Undankbarkeit seines Geliebten Damon erfährt. Der Sprecher beklagt, dass Damon ihn verlässt und sich seinen Fesseln entzieht, obwohl der Sprecher ihm gegenüber nicht grausam war. Stattdessen trägt Damon sein Herz zu Daphnen, einer anderen Frau. Der Sprecher ist verwirrt und schmerzlich berührt, da Damon sein wahres Herz nicht kennt. Der Sprecher fragt sich, ob sein oft verirrter Blick nicht ausreicht, um Damon sein verborgenes Glück zu offenbaren. Er wünscht sich, dass Damon ihm untreu wäre, um sich durch Stolz zu rächen. Doch Damon ist nicht nur untreu, sondern auch undankbar. Der Sprecher fühlt sich von Damon im Stich gelassen und verletzt, da er seine Liebe und Treue nicht erwidert bekommt. Das Gedicht verdeutlicht die Gefühle von Enttäuschung, Schmerz und Verwirrung, die der Sprecher aufgrund der Undankbarkeit seines Geliebten erlebt. Es thematisiert die Komplexität menschlicher Beziehungen und die Verletzlichkeit, die mit der Hingabe an eine andere Person einhergeht. Der Sprecher kämpft mit seinen eigenen Emotionen und versucht, einen Weg zu finden, mit der Undankbarkeit umzugehen, während er gleichzeitig die Hoffnung auf eine erfüllte Liebe aufrechterhält.

Schlüsselwörter

herz damon fliehet entreisset fesseln gleichet schmerz glaubt

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Stilmittel

Anapher
Mein Damon - - ja, er fliehet mich, Entreisset meinen Fesseln sich! Was gleichet meinen Schmerz! Er glaubt, daß ich ihm grausam bin, Und trägt sein Herz zu Daphnen hin: Ach! kennt er doch mein Herz!
Kontrast
O möcht er mir nur untreu seyn, So rächt ich mich durch Stolz: allein, Er ist auch undankbar!
Metapher
Entreisset meinen Fesseln sich
Rhetorische Frage
Macht ihm mein oft verirrter Blick Sein mündlich ihm versagtes Glück Nicht schmachtend offenbar?