Der Unbeständige
1876Mädchen sind ein Blumenvölklein Bunter Art emporgeblüht: Traun, das ist kein wackrer Gärtner Der nur Eine Blume zieht!
Mädchenlippen, das sind Becher, Nektarsüß und wunderlieb; Welch armsel’ger Zechgenosse, Der bei Einem Becher blieb!
Mädchenaugen sind Gestirne, Klarer, stiller Mondenschein, Sonnen, blendend und verzehrend, Sterne, blinzelnd, hell und rein;
Nach gar vielen Lichtgestirnen Späht der Astronom hinauf; So nur geht ihm ganz der reiche, Ew’ge Himmel leuchtend auf.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Unbeständige" von Anastasius Grün handelt von der Unbeständigkeit und der Vielfalt der Liebe zu Frauen. Es vergleicht Mädchen mit einem bunten Blumenvolk und ihre Lippen mit süßen Nektarbechern. Der Sprecher betont, dass es kein mutiger Gärtner wäre, der nur eine Blume zieht, und kein armer Zechgenosse, der bei einem Becher bleibt. Dies deutet darauf hin, dass der Sprecher die Vielfalt der Frauen und ihrer Reize schätzt und nicht bereit ist, sich auf eine einzige zu beschränken. Die Augen der Mädchen werden mit Gestirnen verglichen, die sowohl sanft wie der Mond als auch blendend und verzehrend wie die Sonne sein können. Der Sprecher vergleicht sich selbst mit einem Astronomen, der nach vielen Lichtgestirnen späht. Dies unterstreicht die Idee, dass er von der Vielfalt der Frauen fasziniert ist und nicht bereit ist, sich auf nur eine zu konzentrieren. Der Himmel wird als reich und ewig leuchtend beschrieben, was die unendliche Schönheit und Anziehungskraft der Frauen symbolisiert. Insgesamt vermittelt das Gedicht die Botschaft, dass der Sprecher die Unbeständigkeit in der Liebe zu Frauen als natürlich und wünschenswert empfindet. Er sieht die Vielfalt der Frauen als eine Quelle der Faszination und des Vergnügens und ist nicht bereit, sich auf eine einzige zu beschränken. Das Gedicht feiert die Schönheit und den Reiz der Frauen in all ihren Facetten und ermutigt dazu, die Vielfalt der Liebe zu genießen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Sonnen, blendend und verzehrend
- Metapher
- Der reiche, ew’ge Himmel leuchtend auf
- Personifikation
- Welch armsel’ger Zechgenosse
- Vergleich
- Mädchenaugen sind Gestirne, klarer, stiller Mondenschein