Der unbefugte Kritikus
1811Ei, welch ein Einfall dir kömmt! Du richtest die Kunst mir, zu schreiben, Ehe du selber die Kunst, Bester, zu lesen gelernt.
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Interpretation
Das Gedicht "Der unbefugte Kritikus" von Heinrich von Kleist kritisiert die ungerechtfertigte Kritik von Menschen, die selbst keine ausreichende Kenntnis oder Fähigkeit in dem Bereich besitzen, den sie kritisieren. Der Titel selbst deutet auf einen Kritiker hin, der nicht berechtigt oder qualifiziert ist, eine Kritik abzugeben. In den zwei Versen des Gedichts wird die Ironie und der Sarkasmus deutlich. Der Sprecher wendet sich direkt an den "unbefugten Kritiker" und weist darauf hin, dass dieser versucht, ihm das Schreiben zu diktieren, obwohl er selbst noch nicht einmal das Lesen beherrscht. Dies verdeutlicht die Absurdität und die Unangemessenheit der Kritik, da der Kritiker offensichtlich selbst noch nicht einmal die Grundlagen des Lesens und Verstehens erlernt hat. Die Kürze des Gedichts verstärkt die Wirkung der Botschaft. Durch die prägnante Formulierung wird die Kritik an der ungerechtfertigten Kritik auf den Punkt gebracht. Das Gedicht verdeutlicht die Bedeutung von Wissen und Kompetenz, bevor man berechtigt ist, andere zu kritisieren oder zu beurteilen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Ironie
- Ei, welch ein Einfall dir kömmt! Du richtest die Kunst mir, zu schreiben, Ehe du selber die Kunst, Bester, zu lesen gelernt.