Der trunkne Dichter lobt den Wein
1771Mit Ehren, Wein, von dir bemeistert, Und deinem flüß′gen Feu′r begeistert, Stimm ich zum Danke, wenn ich kann, Ein dir geheiligt Loblied an.
Doch wie? in was für kühnen Weisen Werd′ ich, o Göttertrank, dich preisen? Dein Ruhm, hör′ ihn summarisch an, Ist, daß ich ihn nicht singen kann.
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Interpretation
Das Gedicht "Der trunkne Dichter lobt den Wein" von Gotthold Ephraim Lessing ist eine humorvolle und selbstreflexive Betrachtung über die Unmöglichkeit, den Wein in seiner ganzen Pracht und Wirkung zu loben. Der Dichter, der durch den Wein beeinflusst ist, versucht, ein Loblied auf diesen zu singen, erkennt jedoch schnell die Grenzen seiner eigenen Fähigkeiten. Im ersten Teil des Gedichts drückt der Dichter seine Dankbarkeit und Bewunderung für den Wein aus. Er fühlt sich durch den Wein geehrt und von seinem "flüssigen Feuer" inspiriert. Dies deutet auf die transformative und erhebende Wirkung des Weins hin, die den Dichter zu kreativen Höhenflügen anregt. Im zweiten Teil des Gedichts kommt die Ironie zum Tragen. Der Dichter fragt sich, wie er den Wein in kühnen Weisen preisen soll, und kommt zu dem Schluss, dass der Ruhm des Weins gerade darin besteht, dass er ihn nicht singen kann. Dies ist eine humorvolle Anspielung auf die Unbeschreiblichkeit der Wirkung des Weins und die Grenzen der menschlichen Sprache und des menschlichen Ausdrucksvermögens.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Mit Ehren, Wein, von dir bemeistert, Und deinem flüß′gen Feu′r begeistert,
- Metapher
- deinem flüß′gen Feu′r
- Paradox
- Dein Ruhm, hör′ ihn summarisch an, Ist, daß ich ihn nicht singen kann.