Der Trompeter an der Katzbach
unknownVon Wunden ganz bedecket Der Trompeter sterbend ruht, An der Katzbach hingestrecket, Der Brust entströmt das Blut.
Brennt auch die Todeswunde, Doch sterben kann er nicht, Bis neue Siegeskunde Zu seinen Ohren bricht. Und wie er schmerzlich ringet
In Todesängsten bang, Zu ihm herüberdringet Ein wohlbekannter Klang. Das hebt ihn von der Erde, Er streckt sich starr und wild –
Dort sitzt er auf dem Pferde Als wie ein steinern Bild. Und die Trompete schmettert, – Fest hält sie seine Hand – Und wie ein Donner wettert
Victoria in das Land. Victoria – so klang es, Victoria – überall, Victoria – so drang es Hervor mit Donnerschall.
Doch als es ausgeklungen, Die Trompete setzt er ab; Das Herz ist ihm zersprungen, Vom Roß stürzt er herab. Um ihn herum im Kreise
Hielt′s ganze Regiment, Der Feldmarschall sprach leise: »Das heißt ein selig End′!«
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Interpretation
Das Gedicht "Der Trompeter an der Katzbach" von Julius Mosen schildert den heldenhaften Tod eines Trompeters während einer Schlacht. Trotz seiner schweren Verletzungen kann er erst sterben, nachdem er die Nachricht vom Sieg gehört hat. Seine Hingabe an die Pflicht und seine Leidenschaft für die Musik werden durch seine letzte Tat, die Trompete zum Sieg zu blasen, symbolisiert. Das Gedicht vermittelt eine patriotische Stimmung und ehrt den selbstlosen Einsatz des Trompeters für sein Vaterland. Die Schlacht von Katzbach, die im August 1813 stattfand, wird als Hintergrund für das Gedicht verwendet. Der Trompeter, der schwer verwundet ist, liegt am Boden und wartet auf die Nachricht vom Ausgang der Schlacht. Als er die vertrauten Klänge des Sieges hört, wird er von einem plötzlichen Energieschub erfasst. Er erhebt sich, setzt sich auf sein Pferd und bläst die Trompete, um den Sieg zu verkünden. Diese Tat symbolisiert seinen unerschütterlichen Geist und seine Hingabe an die Pflicht, selbst in den letzten Augenblicken seines Lebens. Das Gedicht endet mit dem Tod des Trompeters, der nach dem Erklingen des Sieges in die Arme fällt. Sein Tod wird als "seliges Ende" bezeichnet, was darauf hindeutet, dass er im Wissen um den Sieg friedlich sterben konnte. Das Gedicht vermittelt eine starke patriotische Botschaft und ehrt den selbstlosen Einsatz des Trompeters für sein Vaterland. Es zeigt auch die Macht der Musik, die den Trompeter in seinen letzten Momenten noch einmal zum Leben erweckt und ihm die Kraft gibt, seine letzte Pflicht zu erfüllen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Der Trompeter sterbend ruht
- Anapher
- Victoria – so klang es, Victoria – überall, Victoria – so drang es
- Hyperbel
- Und wie ein Donner wettert Victoria in das Land
- Kontrast
- Brennt auch die Todeswunde, Doch sterben kann er nicht
- Metapher
- Als wie ein steinern Bild
- Personifikation
- Das Herz ist ihm zersprungen