Der Tod fürs Vaterland

Friedrich Hölderlin

1800

Du kömmst, o Schlacht! schon wogen die Jünglinge Hinab von ihren Hügeln, hinab ins Tal, Wo keck herauf die Würger dringen, Sicher der Kunst und des Arms, doch sichrer

Kömmt über sie die Seele der Jünglinge, Denn die Gerechten schlagen, wie Zauberer, Und ihre Vaterlandsgesänge Lähmen die Kniee den Ehrelosen.

O nehmt mich, nehmt mich mit in die Reihen auf, Damit ich einst nicht sterbe gemeinen Tods! Umsonst zu sterben, lieb ich nicht, doch Lieb ich, zu fallen am Opferhügel

Fürs Vaterland, zu bluten des Herzens Blut Fürs Vaterland - und bald ists geschehn! Zu euch, Ihr Teuern! komm ich, die mich leben Lehrten und sterben, zu euch hinunter!

Wie oft im Lichte dürstet’ ich euch zu sehn, Ihr Helden und ihr Dichter aus alter Zeit! Nun grüßt ihr freundlich den geringen Fremdling, und brüderlich ists hier unten;

Und Siegesboten kommen herab: Die Schlacht Ist unser! Lebe droben, o Vaterland, Und zähle nicht die Toten! Dir ist, Liebes! nicht Einer zu viel gefallen.

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Der Tod fürs Vaterland

Interpretation

Das Gedicht "Der Tod fürs Vaterland" von Friedrich Hölderlin thematisiert die Opferbereitschaft und den heroischen Kampf für das Vaterland. Der Sprecher beschreibt die Jünglinge, die bereit sind, ihr Leben für ihr Land zu geben, und wie ihre Seele über sie kommt, um die Gerechten zu schlagen. Das Gedicht betont die Bedeutung von Vaterlandsliebe und den Wunsch, in der Schlacht zu fallen, anstatt eines gewöhnlichen Todes zu sterben. Der Sprecher ruft die Helden und Dichter aus der Vergangenheit an, um sie um Aufnahme in ihre Reihen zu bitten. Er drückt seine Sehnsucht aus, sie im Licht zu sehen und von ihnen zu lernen. Das Gedicht vermittelt eine brüderliche Atmosphäre und die Freude über den Sieg in der Schlacht. Es endet mit der Aufforderung an das Vaterland, die Toten nicht zu zählen und stolz auf die gefallenen Helden zu sein. Hölderlin vermittelt in diesem Gedicht eine patriotische und heroische Stimmung, die den Leser dazu anregt, über die Bedeutung von Opferbereitschaft und Vaterlandsliebe nachzudenken. Das Gedicht ist ein Appell an die Jugend, sich für das Vaterland einzusetzen und im Kampf für die Gerechtigkeit zu sterben.

Schlüsselwörter

vaterland schlacht jünglinge hinab nehmt sterben lieb fürs

Wortwolke

Wortwolke zu Der Tod fürs Vaterland

Stilmittel

Apostrophe
O nehmt mich, nehmt mich mit in die Reihen auf
Hyperbel
Und ihre Vaterlandsgesänge Lähmen die Kniee den Ehrelosen
Metapher
Und zähle nicht die Toten! Dir ist, Liebes! nicht Einer zu viel gefallen
Personifikation
Wo keck herauf die Würger dringen