Der Tanz
1871Ein Vierviertelschwein und eine Auftakteule trafen sich im Schatten einer Säule, die im Geiste Ihres Schöpfers stand. Und zum Spiel der Fiedelbogenpflanze reichten sich die zwei zum Tanze Fuß und Hand.
Und auf seinen dreien rosa Beinen hüpfte das Vierviertelschwein graziös, und die Auftakteul′ auf ihrem einen wiegte rhythmisch ihr Gekrös. Und der Schatten fiel, und der Pflanze Spiel klang verwirrend melodiös.
Doch des Schöpfers Hirn war nicht von Eisen, und die Säule schwand, wie sie gekommen war; und so mußte denn auch unser Paar wieder in sein Nichts zurücke reisen. Einen letzten Strich tat der Geigerich- und dann war nichts weiter zu beweisen.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Tanz" von Christian Morgenstern erzählt eine surreale und traumhafte Geschichte, in der ein Vierviertelschwein und eine Auftakteule aufeinandertreffen und gemeinsam tanzen. Die Szenerie ist geprägt von einer geheimnisvollen Atmosphäre, die durch den Schatten einer Säule und das Spiel einer Fiedelbogenpflanze verstärkt wird. Die Figuren bewegen sich in einem Raum, der sowohl physisch als auch geistig existiert, was die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen lässt. Die Tanzszene selbst ist voller Leichtigkeit und Harmonie. Das Vierviertelschwein hüpft auf seinen drei rosa Beinen, während die Auftakteule mit ihrem einzigen Bein rhythmisch wiegt. Der Schatten der Säule und die verwirrend melodische Musik der Fiedelbogenpflanze tragen zur magischen Stimmung bei. Diese Szene symbolisiert eine flüchtige, aber intensive Verbindung zwischen den beiden Figuren, die durch die Musik und den Tanz eine gemeinsame Sprache finden. Doch die Idylle ist von kurzer Dauer. Der Schöpfer, dessen Geist die Säule hervorgebracht hat, ist nicht aus Eisen, was bedeutet, dass seine Schöpfung vergänglich ist. Die Säule verschwindet, und mit ihr das Paar, das in sein Nichts zurückkehrt. Der Geigerich, der die Musik gespielt hat, macht einen letzten Strich, und dann ist nichts mehr zu beweisen. Dieses Ende unterstreicht die Vergänglichkeit und die Illusion der Szene, die nur im Moment des Tanzes existierte. Insgesamt ist "Der Tanz" ein Gedicht, das die flüchtige Natur von Schönheit und Harmonie thematisiert. Es lädt den Leser ein, über die Vergänglichkeit des Lebens und die Macht der Fantasie nachzudenken, die uns in Momenten der Freude und des Zusammenseins vereint, auch wenn diese Momente nur von kurzer Dauer sind.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Ironie
- Einen letzten Strich tat der Geigerich
- Metapher
- Ein Vierviertelschwein und eine Auftakteule
- Personifikation
- die im Geiste Ihres Schöpfers stand
- Rhythmus
- Und der Schatten fiel, und der Pflanze Spiel klang verwirrend melodiös
- Symbolik
- des Schöpfers Hirn war nicht von Eisen