Der Tänzer
1925Du stehst, Eine steile Fackel. Hell ist dein Gesicht. Rein Wie eine Blüte, Wie eine Taube, Wie neugefallener Schnee.
Leise rühren sich die Finger, Heben sich die Hände, Breiten, Weiten sich die Arme Der Unendlichkeit. Langsam, Schwer von Demut, Leiden, Inbrunst, Neigt sich Dein verzückter Körper, Deine Seele. Gibt sich gläubig der Musik. Gibt sich allen Menschen. Gibt sich Gott. Innig biegen sich die Knie, Schreiten, Tanzen schwebend Deine zarten Füße.
Du brennst, Eine steile Fackel. Deine Arme, Deine königlichen Hände Wachsen betend, Betend in den Himmel, Der sich strahlend Unserer Sehnsucht Öffnet.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Tänzer" von Francisca Stoecklin beschreibt die tiefe spirituelle und emotionale Erfahrung eines Tänzers, der sich in seiner Kunst verliert. Die Interpretation beginnt mit der Beschreibung des Tänzers als "steile Fackel", was seine leuchtende und inspirierende Präsenz symbolisiert. Sein Gesicht wird als "hell" und "rein" beschrieben, was seine innere Klarheit und Unschuld widerspiegelt. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Bewegung des Tänzers dargestellt, die von Demut und Inbrunst geprägt ist. Die langsame und schwere Bewegung seines Körpers, der sich der Musik hingibt, zeigt eine tiefe Verbindung zur Kunst und zum Göttlichen. Der Tänzer gibt sich selbst vollständig hin, sowohl der Musik als auch den Menschen und Gott, was eine universelle und spirituelle Botschaft vermittelt. Im letzten Abschnitt wird die Erhebung des Tänzers beschrieben, der wie eine betende Figur in den Himmel wächst. Die "königlichen Hände" und die "zarten Füße" betonen die Anmut und Würde seiner Bewegungen. Die Offenbarung des Himmels, der sich "unserer Sehnsucht" öffnet, deutet auf eine erfüllte spirituelle Erfahrung hin, die den Betrachter berührt und inspiriert.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Deine königlichen Hände
- Hyperbel
- Der Unendlichkeit
- Metapher
- Du stehst, Eine steile Fackel
- Personifikation
- Die sich strahlend Unserer Sehnsucht Öffnet
- Symbolik
- Eine steile Fackel
- Vergleich
- Rein Wie eine Blüte, Wie eine Taube, Wie neugefallener Schnee
- Wiederholung
- Gibt sich gläubig der Musik. Gibt sich allen Menschen. Gibt sich Gott