Der Taback

Gotthold Ephraim Lessing

1746

Dich, Taback, lobt der Medicus, weil uns dein fleißiger Genuss An Zahn und Augen wohl kurieret, Und Schleim und Kolster von uns führet.

Dich Lobet der Philosophus, wenn er scharf meditieren muss; Weil er, so lang er dich genießet, Des Geistes Flatterigkeit vermisset.

Dich lobet der Theologus Durch einen homiletschen Schluss, Wenn er in deinem Rauch entzücket Ein Bild der Eitelkeit erblicket.

Ich lob dich als ein Jurist, Was rechtens an dir löblich ist; Dass, wenigstens wie es mir dünket, Man mehr und öfter bei dir trinket.

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Interpretation

Das Gedicht "Der Taback" von Gotthold Ephraim Lessing ist eine humorvolle und satirische Ode an das Tabakrauchen. Der Dichter präsentiert verschiedene Standpunkte und lobt den Tabak aus unterschiedlichen Perspektiven. Zunächst wird der Tabak vom Arzt gelobt, da er angeblich bei Zahn- und Augenproblemen helfen und Schleim und Husten lindern soll. Danach kommt der Philosoph zu Wort, der den Tabak als Hilfsmittel für tiefgründige Gedanken und Meditationen schätzt. Der Theologe schließlich erkennt im Rauch des Tabaks ein Symbol für die Vergänglichkeit und Eitelkeit des Lebens. Abschließend lobt der Dichter selbst den Tabak als Jurist, da er das Trinken fördert und somit die Geselligkeit steigert. Lessing verwendet einen humorvollen und ironischen Ton, um die verschiedenen Lobpreisungen des Tabaks darzustellen. Das Gedicht zeigt, wie der Tabak in verschiedenen Lebensbereichen eine Rolle spielen kann und wie er von verschiedenen Personen unterschiedlich wahrgenommen wird. Es ist ein unterhaltsames Werk, das die Vielseitigkeit des Tabaks und seine Auswirkungen auf den menschlichen Geist und Körper auf spielerische Weise darstellt.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Des Geistes Flatterigkeit vermisset
Bildsprache
Ein Bild der Eitelkeit erblicket
Hyperbel
An Zahn und Augen wohl kurieret
Ironie
Ich lob dich als ein Jurist, Was rechtens an dir löblich ist
Metapher
Weil er, so lang er dich genießet, Des Geistes Flatterigkeit vermisset.
Personifikation
Dich, Taback, lobt der Medicus