Der stürmische Morgen

Wilhelm Müller

1824

Wie hat der Sturm zerrissen Des Himmels graues Kleid! Die Wolkenfetzen flattern Umher im matten Streit.

Und rote Feuerflammen Zieh′n zwischen ihnen hin; Das nenn′ ich einen Morgen So recht nach meinem Sinn!

Mein Herz sieht an dem Himmel Gemalt sein eig′nes Bild - Es ist nichts als der Winter, Der Winter, kalt und wild!

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Interpretation

Das Gedicht "Der stürmische Morgen" von Wilhelm Müller beschreibt einen stürmischen Morgenhimmel, der den inneren Zustand des lyrischen Ichs widerspiegelt. Der Sturm zerreißt den grauen Himmel, und die Wolkenfetzen flattern im Kampf gegeneinander. Zwischen den Wolken ziehen rote Flammen, die der Sprecher als perfekten Morgen empfindet. Das lyrische Ich identifiziert sich mit dem stürmischen Himmel und sieht sein eigenes Herz als Spiegelbild im Himmel gemalt. Es betont, dass es nichts anderes als den Winter sieht, der kalt und wild ist. Der Winter symbolisiert hier die innere Kälte und Wildheit des Sprechers, die sich im stürmischen Morgenhimmel widerspiegelt. Das Gedicht vermittelt eine düstere und unruhige Stimmung, die die innere Zerrissenheit und Unzufriedenheit des lyrischen Ichs zum Ausdruck bringt. Die stürmische Naturkulisse dient als Metapher für die emotionale Verfassung des Sprechers, der sich mit dem kalten und wilden Winter identifiziert.

Schlüsselwörter

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Wortwolke zu Der stürmische Morgen

Stilmittel

Metapher
Wie hat der Sturm zerrissen / Des Himmels graues Kleid!
Personifikation
Mein Herz sieht an dem Himmel / Gemalt sein eig′nes Bild
Vergleich
Es ist nichts als der Winter, / Der Winter, kalt und wild!