Der Sommertag

Johann Georg Jacobi

1740

Wie Feld und Au So blinkend im Thau! Wie Perlen schwer Die Pflanzen umher! Wie durch den Hain Die Lüfte so rein! Wie laut, im hellen Sonnenstrahl, Die süßen Vöglein allzumahl!

Ach! aber da, Wo Liebchen ich sah, Im Kämmerlein, So nieder und klein, So rings bedeckt, Der Sonne versteckt - Wo blieb die Erde weit und breit, Mit aller ihrer Herrlichkeit?

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Illustration zu Der Sommertag

Interpretation

Das Gedicht "Der Sommertag" von Johann Georg Jacobi beschreibt einen idyllischen Sommertag, an dem die Natur in voller Pracht erstrahlt. Der Dichter verwendet lebhafte Bilder und Vergleiche, um die Schönheit der Umgebung zu betonen. Felder und Auen funkeln im Morgentau, Pflanzen sind wie schwere Perlen geschmückt, und reine Lüfte wehen durch den Hain. Die süßen Vöglein singen laut im hellen Sonnenlicht, was die Lebendigkeit und den Reichtum der Natur unterstreicht. In der zweiten Strophe jedoch tritt eine deutliche Stimmungswende ein. Der Dichter erinnert sich an einen Ort, an dem er seine Geliebte sah - ein kleines, niedriges Kämmerlein, das von der Sonne versteckt und ringsum bedeckt ist. Diese Beschreibung kontrastiert stark mit der vorherigen Darstellung der weiten, offenen Natur. Die Enge und der Mangel an natürlichem Licht im Kämmerlein stehen im krassen Gegensatz zur Herrlichkeit der freien Natur. Der letzte Vers stellt eine rhetorische Frage, die die Verwirrung und das Erstaunen des Dichters über diese Diskrepanz zum Ausdruck bringt. Er fragt sich, wo die Weite und Breite der Erde mit all ihrer Herrlichkeit geblieben ist, als er seine Liebste in diesem engen, dunklen Raum sah. Diese Frage verdeutlicht die emotionale Wirkung, die der Anblick seiner Geliebten auf den Dichter hatte, und wie diese ihn die umgebende Natur vergessen ließ.

Schlüsselwörter

feld blinkend thau perlen schwer pflanzen umher hain

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Stilmittel

Alliteration
Wie Feld und Au, Wie Perlen schwer, Die Pflanzen umher, Wie durch den Hain, Die Lüfte so rein
Kontrast
Wo blieb die Erde weit und breit, Mit aller ihrer Herrlichkeit?
Metapher
Wie Perlen schwer
Parallelismus
Wie Feld und Au / So blinkend im Thau, Wie Perlen schwer / Die Pflanzen umher, Wie durch den Hain / Die Lüfte so rein
Personifikation
Die süßen Vöglein allzumahl