Der Seufzer

Christian Morgenstern

1872

Ein Seufzer lief Schlittschuh auf nächtlichem Eis und träumte von Liebe und Freude. Es war an dem Stadtwall, und schneeweiß glänzten die Stadtwallgebäude.

Der Seufzer dacht an ein Maidelein und blieb erglühend stehen. Da schmolz die Eisbahn unter ihm ein - und er sank - und ward nimmer gesehen.

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Interpretation

Das Gedicht "Der Seufzer" von Christian Morgenstern erzählt von einem Seufzer, der auf nächtlichem Eis Schlittschuh läuft und von Liebe und Freude träumt. Die Szenerie ist an einem Stadtwall angesiedelt, wo die Gebäude im Schnee glänzen. Der Seufzer denkt an ein Mädchen und bleibt stehen, erglüht vor Emotionen. Doch dann schmilzt die Eisbahn unter ihm, und er sinkt und verschwindet. Die Eisbahn symbolisiert die Kälte und Härte des Lebens, während der Seufzer die Sehnsucht und das Verlangen nach Liebe und Freude repräsentiert. Der Stadtwall könnte als Metapher für die Grenzen und Begrenzungen des Lebens stehen, an denen man sich bewegt. Die schneeweißen Gebäude könnten die Reinheit und Unschuld symbolisieren, die der Seufzer sucht. Das Verschwinden des Seufzers am Ende des Gedichts deutet darauf hin, dass die Sehnsucht und das Verlangen nach Liebe und Freude oft unerfüllt bleiben und im Nichts enden. Es könnte auch bedeuten, dass der Seufzer in seiner Leidenschaft und Emotion so stark wird, dass er sich selbst verzehrt und vergeht. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung und lässt den Leser über die Vergänglichkeit und Unerreichbarkeit von Sehnsüchten nachdenken.

Schlüsselwörter

seufzer lief schlittschuh nächtlichem eis träumte liebe freude

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Stilmittel

Bildsprache
Es war an dem Stadtwall, und schneeweiß glänzten die Stadtwallgebäude
Ironie
Da schmolz die Eisbahn unter ihm ein - und er sank - und ward nimmer gesehen
Metapher
Ein Seufzer lief Schlittschuh auf nächtlichem Eis
Personifikation
Ein Seufzer lief Schlittschuh auf nächtlichem Eis und träumte von Liebe und Freude
Symbolik
Der Seufzer dacht an ein Maidelein und blieb erglühend stehen