Der schwörende Liebhaber
1751Ich schwör′ es dir, o Laura, dich zu hassen; Gerechten Haß schwör′ ich dir zu. Ich schwör′ es allen Schönen, sie zu hassen; Weil alle treulos sind, wie du. Ich schwör′ es dir, vor Amors Ohren, Daß ich – – ach! daß ich falsch geschworen.
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Interpretation
Das Gedicht "Der schwörende Liebhaber" von Gotthold Ephraim Lessing beschäftigt sich mit den Themen Liebe, Hass und Verrat. Der Sprecher schwört, Laura und alle Schönen zu hassen, da er sich von ihnen betrogen fühlt. Die Wiederholung des Schwurs betont die Intensität seiner Gefühle und den tiefen Schmerz, den er erlitten hat. Im zweiten Teil des Gedichts wird der Schwur gebrochen, was auf eine innere Zerrissenheit des Sprechers hindeutet. Der Ausruf "ach! daß ich falsch geschworen" zeigt, dass er trotz seines Hasses immer noch Gefühle für Laura hegt und sich selbst seiner Unfähigkeit bewusst ist, den Schwur einzuhalten. Dies verdeutlicht die Komplexität menschlicher Emotionen und die Schwierigkeit, sich von einer vergangenen Liebe zu lösen. Lessings Gedicht vermittelt die Idee, dass Liebe und Hass oft eng miteinander verwoben sind und dass es schwierig sein kann, sich von starken Emotionen zu lösen. Der Sprecher ist in einem inneren Konflikt gefangen, der durch den Verrat Lauras ausgelöst wurde, aber letztendlich nicht überwunden werden kann. Das Gedicht zeigt die menschliche Schwäche und die Unfähigkeit, sich vollständig von vergangenen Gefühlen zu befreien.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Ich schwör′ es dir, o Laura, dich zu hassen; Gerechten Haß schwör′ ich dir zu. Ich schwör′ es allen Schönen, sie zu hassen;
- Enjambement
- Ich schwör′ es dir, o Laura, dich zu hassen; Gerechten Haß schwör′ ich dir zu.
- Ironie
- Weil alle treulos sind, wie du.
- Paradox
- Ich schwör′ es dir, vor Amors Ohren, Daß ich – – ach! daß ich falsch geschworen.
- Reimschema
- haßen - zu / zu - du / Ohren - geschworen