Der Schwebende

Ernst Wilhelm Lotz

unknown

Meine Jugend hängt um mich wie Schlaf. Dickicht, Lichter – berieselt. Garten. Ein blitzender See. Und drüber geweht die Wolken, die zögernden, leichten.

Irrlichternd spiele ich durch greise Straßen, Und aus dem Qualmen toter Kellerfenster Lacht dumpfe Qual im Krampfe zu mir auf.

Da heb’ ich meine lächelnd schmalen Hände Und breite einen Schleier von Musik Sehr süß und müde machend um mich aus.

Und meine Füße treten in den Garten, Der Abend trank. Die Liebespaare, dunkel, tief, erglühend, Stöhnen, verirrt ins Blut, auf vor der Qual des Mai.

Da schüttle ich mein weiches Haar im Winde, Und rote Düfte reifer Sommerträume Umwiegen meinen silberleichten Gang.

Blaß friert ein Fenster, angelehnt im Winde, Draus heiser greller Schrei und Weinen singen Um einen Toten auf der dunklen Fahrt.

Ich schließe meine Augen, schwere Wimpern, Und sehe Ländereien grün vor Süden, Und Fernen zärtlich weit für Träumereien.

Ein glänzend helles Kaffeehaus, voll Stimmen Und voll Gebärden, lichtet sich, zerteilt. An blanken Tischen sitzen meine Freunde.

Sie sprechen helle Worte in das Licht. Und jeder spricht für sich und sagt es deutlich, Und alle singen schwer im tiefen Chor:

Drei Worte, die ich nie begreifen werde, Und die erhaben sind, voll Drang und Staunen, Die dunkle Drei der: Hunger, Liebe, Tod.

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Illustration zu Der Schwebende

Interpretation

Das Gedicht "Der Schwebende" von Ernst Wilhelm Lotz beschreibt die Erfahrung einer Person, die zwischen verschiedenen Lebensphasen und Emotionen schwebt. Die Jugend wird als dichtes Dickicht und Lichter beschrieben, während die Person durch alte Straßen irrt und aus den Fenstern toter Keller das dumpfe Lachen der Qual hört. Die Person breitet einen Schleier aus Musik um sich, der süß und müde macht, und tritt in einen Garten, der vom Abend getrunken wurde. Die Liebespaare stöhnen vor der Qual des Mai, während die Person ihr weiches Haar im Wind schüttelt und von roten Düften reifer Sommerträume umgeben ist. Das Gedicht wechselt dann zu einer Szene, in der ein Fenster im Wind blass friert und heiser greller Schrei und Weinen um einen Toten auf der dunklen Fahrt singen. Die Person schließt ihre Augen und sieht grüne Ländereien vor sich, die sich zärtlich weit für Träumereien erstrecken. Ein glänzendes Kaffeehaus, voller Stimmen und Gebärden, lichtet sich und zerteilt, während die Freunde der Person an blanken Tischen sitzen. Sie sprechen helle Worte ins Licht und singen schwer im tiefen Chor die drei Worte, die die Person nie begreifen wird: Hunger, Liebe und Tod. Das Gedicht beschreibt die Erfahrung einer Person, die zwischen verschiedenen Lebensphasen und Emotionen schwebt. Die Jugend wird als dichtes Dickicht und Lichter beschrieben, während die Person durch alte Straßen irrt und aus den Fenstern toter Keller das dumpfe Lachen der Qual hört. Die Person breitet einen Schleier aus Musik um sich, der süß und müde macht, und tritt in einen Garten, der vom Abend getrunken wurde. Die Liebespaare stöhnen vor der Qual des Mai, während die Person ihr weiches Haar im Wind schüttelt und von roten Düften reifer Sommerträume umgeben ist. Das Gedicht wechselt dann zu einer Szene, in der ein Fenster im Wind blass friert und heiser greller Schrei und Weinen um einen Toten auf der dunklen Fahrt singen. Die Person schließt ihre Augen und sieht grüne Ländereien vor sich, die sich zärtlich weit für Träumereien erstrecken. Ein glänzendes Kaffeehaus, voller Stimmen und Gebärden, lichtet sich und zerteilt, während die Freunde der Person an blanken Tischen sitzen. Sie sprechen helle Worte ins Licht und singen schwer im tiefen Chor die drei Worte, die die Person nie begreifen wird: Hunger, Liebe und Tod.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Bildsprache
Und sehe Ländereien grün vor Süden, Und Fernen zärtlich weit für Träumereien
Kontrast
Blaß friert ein Fenster, angelehnt im Winde, Draus heiser greller Schrei und Weinen singen Um einen Toten auf der dunklen Fahrt
Metapher
Ein glänzend helles Kaffeehaus, voll Stimmen Und voll Gebärden, lichtet sich, zerteilt
Parallelismus
Und jeder spricht für sich und sagt es deutlich, Und alle singen schwer im tiefen Chor
Personifikation
Und drüber geweht die Wolken, die zögernden, leichten
Symbolik
Drei Worte, die ich nie begreifen werde, Und die erhaben sind, voll Drang und Staunen, Die dunkle Drei der: Hunger, Liebe, Tod