Der Schwarzwälder in Breisgau
1807Z’Müllen an der Post,
Tausigsappermost!
Trinkt me nit e guete Wii!
Goht er nit wie Baumöl ii,
z’Müllen an der Post!
Z’Bürglen uf der Höh,
nai, was cha me seh!
Oh, wie wechsle Berg un Tal,
Land un Wasser überal,
z’Bürglen uf der Höh !
Z’Staufen uf em Märt
henn si, was me gehrt:
Tanz un Wii un Lustberkait,
was airn numme ’s Herz erfreut,
z’Stauf en uf cm Märt !
Z’Fryburg in der Stadt,
suufer isch’s un glatt;
riichi Heere, Geld un Guet,
Jumpfere wie Milch un Bluet,
z’Fryburg in der Stadt.
Wo n i gang un stand,
wär’s e lustig Land.
Aber zaig mer, was de witt,
numme näumis find i nit
in dem schöne Land.
Mynen Auge gfallt
Heerischried im Wald.
Wo n i gang, se denk i dra;
s chunnt mer nit uf d’Gegnig a, z’Heerischried im Wald. Ime chlaine Huus wandlet ii un uus, gell, de mainsch, i sag der, wer? s isch e Si, es isch kai Er,
ime chlaine Huus.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Schwarzwälder in Breisgau" von Johann Peter Hebel beschreibt die Eindrücke eines Schwarzwälders, der durch den Breisgau reist. Der Sprecher schildert seine Erlebnisse an verschiedenen Orten, beginnend mit dem Genuss eines guten Weins in Müllen an der Post, über die beeindruckende Aussicht von Bürglen auf der Höhe, die lebhaften Feste in Staufen am Markttag bis hin zum Reichtum und Glanz in Freiburg in der Stadt. Der Breisgau wird als ein wunderschönes und vergnügliches Land beschrieben, das dem Sprecher gefällt. Trotz der Schönheit und Anziehungskraft der besuchten Orte bleibt der Schwarzwälder seinem Heimatort Heerischried im Wald treu. Seine Augen und Gedanken sind stets bei diesem Ort, und er fühlt sich dort am wohlsten. Der Sprecher betont, dass es für ihn nur einen Ort gibt, an dem er wirklich zu Hause ist, und das ist Heerischried im Wald. Dies zeigt die tiefe Verbundenheit des Schwarzwälders mit seiner Heimat und seiner Wurzeln. Im letzten Abschnitt des Gedichts offenbart der Sprecher, dass er nicht alleine in seinem kleinen Haus lebt, sondern eine Frau an seiner Seite hat. Er unterscheidet sich von einem Mann, der alleine lebt, und betont die Bedeutung der Gemeinschaft und des Zusammenhalts in seiner Heimat. Das Gedicht verdeutlicht die Sehnsucht nach der Heimat und die Verbundenheit mit den eigenen Wurzeln, die auch in einer fremden und schönen Umgebung bestehen bleibt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Trinkt me nit e guete Wii! Goht er nit wie Baumöl ii
- Anapher
- Z’Müllen an der Post, Z’Bürglen uf der Höh, Z’Staufen uf em Märt, Z’Fryburg in der Stadt
- Binnenreim
- Tanz un Wii un Lustberkait
- Enjambement
- Z’Müllen an der Post, Tausigsappermost! Trinkt me nit e guete Wii!
- Hyperbel
- riichi Heere, Geld un Guet
- Kontrast
- Wo n i gang un stand, wär’s e lustig Land. Aber zaig mer, was de witt, numme näumis find i nit
- Metapher
- Tausigsappermost!
- Parallelismus
- Z’Müllen an der Post, Z’Bürglen uf der Höh, Z’Staufen uf em Märt, Z’Fryburg in der Stadt
- Personifikation
- was airn numme ’s Herz erfreut
- Reimschema
- Stadt - glatt - Guet - Bluet