Der Schnupfen

Christian Morgenstern

1871

Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse, auf daß er sich ein Opfer fasse

- und stürzt alsbald mit großem Grimm auf einen Menschen namens Schrimm.

Paul Schrimm erwidert prompt: “Pitschü!” und hat ihn drauf bis Montag früh.

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Illustration zu Der Schnupfen

Interpretation

Das Gedicht "Der Schnupfen" von Christian Morgenstern erzählt eine humorvolle Geschichte über einen Schnupfen, der sich auf einer Terrasse niederlässt, um sich ein Opfer zu suchen. Der Schnupfen, personifiziert als lebendiges Wesen, wählt den Menschen namens Schrimm aus und stürzt sich mit großem Zorn auf ihn. Die Wahl des Namens "Schrimm" lässt auf eine mögliche Anspielung auf die deutsche Redewendung "Schrimm sein" schließen, die jemanden beschreibt, der sich elend oder krank fühlt. Paul Schrimm, das Opfer des Schnupfens, reagiert auf die Attacke mit einem lauten "Pitschü!", was als Nieslaut interpretiert werden kann. Dieses Niesen scheint eine magische Wirkung zu haben, denn der Schnupfen wird daraufhin bis Montag früh vertrieben. Die Verwendung des Wortes "drauf" in der letzten Zeile könnte darauf hindeuten, dass der Schnupfen auf dem Niesen von Paul Schrimm landet und somit besiegt wird. Das Gedicht zeichnet sich durch seinen spielerischen Umgang mit Sprache und Reimen aus. Die Kombination von "Terrasse" und "fasse" sowie "Grimm" und "Schrimm" erzeugt einen humorvollen Klang. Die kurzen, prägnanten Verse und die Verwendung von Alltagssprache tragen zur Leichtigkeit und Unterhaltung des Gedichts bei. Insgesamt vermittelt "Der Schnupfen" eine amüsante Botschaft über die Kraft eines einfachen Niesens, um einen unerwünschten Gast loszuwerden.

Schlüsselwörter

schrimm schnupfen hockt terrasse opfer fasse stürzt alsbald

Wortwolke

Wortwolke zu Der Schnupfen

Stilmittel

Alliteration
auf daß er sich ein Opfer fasse
Metapher
Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse
Onomatopoesie
Pitschü
Personifikation
Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse