Der Schneemann
1854“Seht den Mann, o große Not! Wie er mit dem Stocke droht gestern schon und heute noch! Aber niemals schlägt er doch. Schneemann, bist ein armer Wicht, hast den Stock und wehrst dich nicht.”
Freilich ist′s ein gar armer Mann, der nicht schlagen noch laufen kann. Schleierweiß ist sein Gesicht. Liebe Sonne, scheine nur nicht, sonst wird er gar wie Butter weich und zerfließt zu Wasser gleich.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Schneemann" von Johann Wilhelm Hey beschreibt die Figur eines Schneemanns, der mit einem Stock bewaffnet und bedrohlich wirkt, jedoch niemals zuschlägt. Der Erzähler beklagt die "große Not" des Schneemanns, der zwar droht, aber keine Macht hat, seine Drohungen in die Tat umzusetzen. Der Schneemann wird als "armer Wicht" bezeichnet, der sich nicht verteidigen kann, obwohl er einen Stock in der Hand hält. Im zweiten Teil des Gedichts wird der Schneemann als "gar armer Mann" beschrieben, der weder schlagen noch laufen kann. Sein Gesicht ist "schleierweiß", was seine zerbrechliche und vergängliche Natur unterstreicht. Der Erzähler bittet die Sonne, nicht zu scheinen, da der Schneemann sonst "wie Butter weich" wird und "zu Wasser gleich" zerfließt. Dies verdeutlicht die Vergänglichkeit des Schneemanns und seine Abhängigkeit von den äußeren Bedingungen. Das Gedicht kann als eine Allegorie auf die menschliche Existenz und die Vergänglichkeit des Lebens interpretiert werden. Der Schneemann steht für den Menschen, der zwar Stärke und Macht vortäuscht, aber letztlich machtlos und verwundbar ist. Die Sonne symbolisiert die Zeit und die unausweichlichen Veränderungen, denen jeder Mensch ausgesetzt ist. Der Schneemann, der zu Wasser zerfließt, repräsentiert den Tod und die Vergänglichkeit allen Lebens.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- gestern schon und heute noch
- Bildsprache
- Schleierweiß ist sein Gesicht
- Metapher
- Seht den Mann, o große Not!
- Personifikation
- Liebe Sonne, scheine nur nicht
- Vergleich
- sonst wird er gar wie Butter weich