Der Schmied

Ludwig Uhland

1862

Ich hör meinen Schatz, Den Hammer er schwinget, Das rauschet, das klinget, Das dringt in die Weite, Wie Glockengeläute, Durch Gassen und Platz.

Am schwarzen Kamin, Da sitzet mein Lieber, Doch geh ich vorüber, Die Bälge dann sausen, Die Flammen aufbrausen Und lodern um ihn.

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Illustration zu Der Schmied

Interpretation

Das Gedicht "Der Schmied" von Ludwig Uhland beschreibt die tiefe Verbundenheit der lyrischen Ich mit ihrem Schatz, der als Schmied arbeitet. Die ersten beiden Strophen schildern die Geräusche, die von der Schmiede ausgehen und weit durch die Straßen und Plätze dringen. Der Hammerklang wird mit dem Geläut einer Glocke verglichen, was seine weiträumige Ausbreitung und seine emotionale Wirkung betont. Die Geräusche sind für die lyrische Ich eine Quelle der Freude und des Trostes, da sie ihr die Anwesenheit ihres Liebsten signalisieren. In den letzten beiden Strophen wird die Szene in der Schmiede selbst beschrieben. Die lyrische Ich besucht ihren Schatz am schwarzen Kamin, wo er an seinem Werk sitzt. Wenn sie vorübergeht, reagieren die Geräusche und Flammen auf ihre Anwesenheit. Die Bälge sausen, die Flammen brausen auf und lodern um ihn. Dies könnte als eine Art Willkommensgeste interpretiert werden, bei der die Werkzeuge und das Feuer den Liebsten vor der Ankunft seiner Angebeteten warnen und ihm signalisieren, dass sie da ist. Die Geräusche und das Feuer scheinen also eine Art Kommunikationsmittel zwischen den beiden Liebenden zu sein, das ihre emotionale Verbundenheit über die Distanz hinweg aufrechterhält.

Schlüsselwörter

hör schatz hammer schwinget rauschet klinget dringt weite

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Stilmittel

Alliteration
Die Bälge dann sausen
Kontrast
Doch geh ich vorüber
Metapher
Das rauschet, das klinget
Onomatopoesie
Das rauschet, das klinget
Personifikation
Das dringt in die Weite
Symbolik
Am schwarzen Kamin
Vergleich
Wie Glockengeläute