Der Schäfer
1833Es war ein fauler Schäfer, ein rechter Siebenschläfer, ihn kümmerte kein Schaf.
Ein Mädchen konnt ihn fassen: da war der Tropf verlassen, fort Appetit und Schlaf!
Es trieb ihn in die Ferne, des Nachts zählt′ er die Sterne, er klagt und härmt sich brav.
Nun, da sie ihn genommen, ist alles wieder kommen, Durst, Appetit und Schlaf.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Schäfer" von Johann Wolfgang von Goethe handelt von einem faulen Schäfer, der sich um seine Schafe nicht kümmert und als Siebenschläfer beschrieben wird. Sein Leben ist geprägt von Müßiggang und Gleichgültigkeit, bis er von einem Mädchen gefangen genommen wird. Dieses Erlebnis lässt ihn seine bisherige Trägheit und Gleichgültigkeit verlieren. Die Interpretation des Gedichts legt nahe, dass die Liebe oder die Begegnung mit dem Mädchen den Schäfer aus seiner Lethargie reißt. Er wird unruhig, treibt es in die Ferne und beschäftigt sich nächtelang mit den Sternen. Er klagt und ärgert sich, was auf eine innere Unruhe und Sehnsucht hindeutet. Die Liebe oder das Verlangen nach dem Mädchen haben ihn verändert und ihm neue Antriebe gegeben. Am Ende des Gedichts kehrt der Schäfer zu seinem alten Zustand zurück, als das Mädchen ihn "genommen" hat. Er hat wieder Durst, Appetit und Schlaf, was darauf hindeutet, dass er wieder zu seinem faulen und gleichgültigen Wesen zurückgekehrt ist. Die Liebe oder das Verlangen scheinen ihn nicht dauerhaft verändert zu haben, sondern nur für eine kurze Zeit aus seiner Lethargie gerissen zu haben.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- ein rechter Siebenschläfer
- Hyperbel
- Des Nachts zählte er die Sterne
- Ironie
- fort Appetit und Schlaf
- Metapher
- ein rechter Siebenschläfer
- Personifikation
- ihn kümmerte kein Schaf
- Wiederholung
- Durst, Appetit und Schlaf