Der Salm
1914Ein Rheinsalm schwamm den Rhein bis in die Schweiz hinein.
Und sprang den Oberlauf von Fall zu Fall hinauf.
Er war schon weißgottwo, doch eines Tages - oh! -
da kam er an ein Wehr: das maß zwölf Fuß und mehr!
Zehn Fuß - die sprang er gut! Doch hier zerbrach sein Mut.
Drei Wochen stand der Salm am Fuß der Wasser-Alm.
Und kehrte schließlich stumm nach Deutsch- und Holland um.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Salm" von Christian Morgenstern erzählt die Geschichte eines Fisches, der den Rhein bis in die Schweiz hinauf schwimmt und dabei versucht, durch die Wasserfälle aufzusteigen. Der Salm, ein Lachs, wird als mutig und entschlossen dargestellt, der sich durch die Wasserfälle kämpft. Doch an einem Wehr, das zwölf Fuß hoch ist, scheitert er. Obwohl er zehn Fuß problemlos überspringen kann, bricht ihm der Mut, als er vor der letzten Hürde steht. Der Salm verharrt drei Wochen am Fuß des Wehrs, ohne seinen Versuch fortzusetzen. Schließlich kehrt er stumm und ohne Erfolg nach Deutschland und Holland zurück. Das Gedicht endet mit der Rückkehr des Salms, was als Metapher für das Scheitern eines mutigen Unternehmens interpretiert werden kann. Der Salm, der so weit gekommen ist, muss seine Reise aufgeben und sich geschlagen geben. Morgensterns Gedicht kann als Allegorie auf menschliche Ambitionen und die Begrenztheit der eigenen Fähigkeiten verstanden werden. Der Salm steht für den Menschen, der sich Ziele setzt und Hindernisse überwindet, aber an der letzten Hürde scheitert. Die stumme Rückkehr symbolisiert die Resignation und das Akzeptieren der eigenen Grenzen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Und sprang den Oberlauf von Fall zu Fall hinauf.
- Personifikation
- Und kehrte schließlich stumm nach Deutsch- und Holland um.
- Vergleich
- Das maß zwölf Fuß und mehr!
- Übertreibung
- Er war schon weißgottwo