Der Säufer an den Vollmond
unknownWarum mein lieber Mond, sieht Er So hoch und kalt auf mich daher? Doch wol nicht seiner Völle wegen? O da bin ich ihm überlegen: Denn Er, mein lieber, weiß Er wol? Ist Einmal nur im Monat voll!
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Interpretation
Das Gedicht "Der Säufer an den Vollmond" von Heinrich Christian Boie ist ein humorvolles und selbstironisches Werk, das den Kontrast zwischen dem Trinker und dem Vollmond thematisiert. Der Sprecher, vermutlich ein Trinker, wendet sich direkt an den Mond und fragt, warum dieser so hoch und kalt auf ihn herabblickt. Der Ton ist dabei leicht und neckend, was auf eine gewisse Vertrautheit oder sogar Freundschaft zwischen dem Sprecher und dem Mond hindeutet. In den folgenden Zeilen dreht der Sprecher den Spieß um und stellt fest, dass er dem Mond in einer Hinsicht überlegen ist: Während der Mond nur einmal im Monat voll ist, ist der Trinker ständig "voll", also betrunken. Dies ist eine geschickte Wortspielerei, die die menschliche Unvollkommenheit mit der scheinbaren Vollkommenheit des Mondes kontrastiert. Der Sprecher scheint sich nicht zu schämen, sondern vielmehr stolz auf seine Fähigkeit zu sein, regelmäßig betrunken zu sein. Das Gedicht endet mit einer ironischen Feststellung, die den Mond in seiner Vollkommenheit relativiert. Der Sprecher suggeriert, dass der Mond, obwohl er als Symbol der Vollkommenheit und Unberührtheit gilt, in Wirklichkeit nur einmal im Monat sein volles Potenzial erreicht. Dies steht im krassen Gegensatz zum Trinker, der seine "Vollkommenheit" täglich erreicht. Das Gedicht ist somit eine humorvolle Auseinandersetzung mit menschlichen Schwächen und der Idee der Vollkommenheit.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Ironie
- O da bin ich ihm überlegen: Denn Er, mein lieber, weiß Er wol?
- Metapher
- Ist Einmal nur im Monat voll!
- Personifikation
- Warum mein lieber Mond, sieht Er So hoch und kalt auf mich daher?