Der Sänger
1734Nimmer wird das Leid geendet, Dem die Lieder nur gefallen, Die von ferne leise hallen, Wo es gern sie hingesendet, Daß sie wieder zu ihm wallen.
Will mich Gegenwart umfangen, Schöne Liebe gleich erhören, Liebe Schönheit sich betören, Muß ich Fernes doch verlangen, Und nur auf das Echo hören.
So wird nie mein Sinn gewendet, Wenn er hört die Lieder schallen, Die von ferne leise hallen, Wo er gern sie hingesendet, Daß sie wieder zu ihm wallen.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Sänger" von Friedrich Schlegel handelt von der unendlichen Sehnsucht und dem Schmerz, der mit der Kunst und dem Schaffen verbunden ist. Der Sänger, der die Lieder komponiert, ist ständig von einem Gefühl des Leids und der Unzufriedenheit geplagt. Die Lieder, die er singt, sind nur ein schwacher Trost, der von fern herüberhallt und ihn nicht wirklich erreicht. Die zweite Strophe beschreibt die Sehnsucht des Sängers nach Liebe und Schönheit, die er jedoch nur in der Ferne finden kann. Er kann die Gegenwart nicht vollständig umarmen, sondern muss sich immer nach etwas Fernem sehnen. Die Liebe und Schönheit, die er sucht, sind nur ein Echo, das ihn nicht wirklich erfüllt. Die letzte Strophe fasst das Gedicht zusammen und betont die ewige Natur des Leids und der Sehnsucht des Sängers. Sein Sinn wird nie gewendet, auch wenn er die Lieder hört, die von fern herüberhallen. Er sendet sie hinaus in die Welt, in der Hoffnung, dass sie zu ihm zurückkehren und ihn trösten, aber sie bleiben ein Echo, das ihn nicht wirklich erreicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Das Leid geendet, Dem die Lieder
- Anapher
- Die von ferne leise hallen, Wo es gern sie hingesendet, Daß sie wieder zu ihm wallen.
- Binnenreim
- Nimmer wird das Leid geendet
- Enjambement
- Nimmer wird das Leid geendet, Dem die Lieder nur gefallen
- Parallelismus
- Liebe Schönheit sich betören, Muß ich Fernes doch verlangen
- Personifikation
- Das Leid geendet
- Wiederholung
- Die von ferne leise hallen, Wo es gern sie hingesendet, Daß sie wieder zu ihm wallen.