Der römische Brunnen

Conrad Ferdinand Meyer

1882

Aufsteigt der Strahl und fallend gießt Er voll der Marmorschale Rund, Die, sich verschleiernd, überfließt In einer zweiten Schale Grund; Die zweite gibt, sie wird zu reich, Der dritten wallend ihre Flut, Und jede nimmt und gibt zugleich Und strömt und ruht.

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Interpretation

Das Gedicht "Der römische Brunnen" von Conrad Ferdinand Meyer beschreibt den ewigen Kreislauf des Wassers in einem römischen Brunnen. Die drei Marmorschalen, die ineinander übergehen, symbolisieren die ständige Bewegung und Veränderung, die im Leben vorherrscht. Der erste Vers, "Aufsteigt der Strahl und fallend gießt", verdeutlicht den Aufstieg des Wassers und seinen anschließenden Fall, was den Kreislauf des Lebens und der Natur darstellt. Die zweite Strophe verdeutlicht die Wechselwirkung zwischen den Schalen, in denen jede Schale von der darüber liegenden überfließt und ihrerseits die darunter liegende Schale füllt. Dies symbolisiert die Verbundenheit und den ständigen Austausch, der im Leben stattfindet. Die Zeile "Und jede nimmt und gibt zugleich" betont die Gleichheit und das Gleichgewicht in diesem Prozess. Im letzten Vers, "Und strömt und ruht", wird die Dualität von Bewegung und Ruhe angesprochen, die im Leben ständig präsent ist. Der Brunnen steht als Metapher für das Leben selbst, das ständig in Bewegung ist und doch auch Momente der Ruhe und Stille beinhaltet. Das Gedicht verdeutlicht die Schönheit und Harmonie in diesem ständigen Wechselspiel und lädt den Leser ein, die Vergänglichkeit und den ewigen Kreislauf des Lebens zu reflektieren.

Schlüsselwörter

gibt aufsteigt strahl fallend gießt voll marmorschale rund

Wortwolke

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Stilmittel

Bildsprache
Der dritten wallend ihre Flut
Kontrast
Und strömt und ruht
Metapher
Aufsteigt der Strahl und fallend gießt
Parallelismus
Und jede nimmt und gibt zugleich
Personifikation
Die, sich verschleiernd, überfließt