Der Ring

Johann Georg Jacobi

1800

Liebchen wallt in fernem Lande: Meine Küsse geb′ ich dir, Goldnes Ringlein! dich zum Pfande Ließ sie, unter Küssen, mir.

Ach! da kam sie, leiser, trauter; Hatt′ ein Auge, rein und hold; Und ein Herz! ein Herz, so lauter, Schönes Ringlein! wie dein Gold.

Liebchen gab dich mir, und sagte: Nimm es, bleib′ ihm ewig gut! Und ich schwör′ es dir: Ich wagte, Dir zu Gunsten, all mein Blut.

Goldnes Ringlein! süßes, liebes! Machst, daß mir die Sonne scheint; Kommt ein Wölkchen oft, ein trübes, Hat′s in kurzem ausgeweint.

Du beginnst die schöne Kette, Die man von der Treu empfängt, Die so fest am Sterbebette Mit dem letzten Ringlein hängt,

Wo du noch, den matten Blicken Schimmernd, Wonn′ und Hoffnung bist, Weil in Welten voll Entzücken Liebchen mich hinüber küßt.

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Illustration zu Der Ring

Interpretation

Das Gedicht "Der Ring" von Johann Georg Jacobi handelt von der tiefen Liebe und Treue, die der Sprecher für sein Liebchen empfindet. Der Ring dient als Symbol für diese Verbundenheit und wird als Pfand der Liebe überreicht. Der Sprecher beschreibt, wie das Liebchen ihm den Ring unter Küssen gab und wie er sich verpflichtet fühlt, ihm ewig treu zu bleiben. Das Gedicht vermittelt eine romantische und sentimentale Stimmung. Der Sprecher preist die Reinheit und Unschuld des Liebchens und vergleicht sein Herz mit dem Gold des Rings. Er schwört, alles für das Liebchen zu opfern und drückt seine tiefe Verbundenheit aus. Der Ring wird als Quelle des Glücks und der Hoffnung beschrieben, der selbst in dunklen Momenten Trost spendet. Der letzte Teil des Gedichts deutet auf die Vergänglichkeit des Lebens hin. Der Ring symbolisiert die Treue, die bis zum Sterbebett bestehen bleibt. In den letzten Lebensmomenten des Sprechers wird der Ring noch immer als Zeichen der Liebe und Hoffnung leuchten, da das Liebchen ihn in eine andere Welt küsst. Das Gedicht endet mit einer Vision von ewiger Liebe und Glückseligkeit jenseits des Todes.

Schlüsselwörter

ringlein liebchen goldnes herz wallt fernem lande küsse

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Stilmittel

Alliteration
Liebchen wallt in fernem Lande
Anapher
Ein Herz! ein Herz, so lauter
Enjambement
Liebchen gab dich mir, und sagte: / Nimm es, bleib' ihm ewig gut!
Hyperbel
Dir zu Gunsten, all mein Blut
Metapher
Goldnes Ringlein! dich zum Pfande
Personifikation
Hat's in kurzem ausgeweint
Symbolik
Goldnes Ringlein