Der Regen schlägt das Haus mit Ruten
1892Draußen die Regenwolken, die schwimmend großen, Sind wie die Fische mit grauen Flossen, Die Wasser aus den Kiemen stoßen.
Der Regen schlägt das Haus mit Ruten, Laute Wasserfluten schwemmen vom Dach; Ein früher Abend kommt zu uns ins Gemach.
Wir hören die langen Finger vom Regen, Die fahrig sich am Fenster bewegen, Als will der Regen sich zu uns auf die Kissen legen.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Regen schlägt das Haus mit Ruten" von Max Dauthendey beschreibt eindrucksvoll die Ankunft eines Regenschauers. Es beginnt mit der Darstellung der Regenwolken, die als große, schwimmende Fische mit grauen Flossen verglichen werden. Diese Wolken stoßen Wasser aus ihren Kiemen, was die Intensität des bevorstehenden Regens ankündigt. Im zweiten Teil des Gedichts wird der Regen selbst beschrieben. Er schlägt gegen das Haus wie mit Ruten, und laute Wasserfluten strömen vom Dach. Die Beschreibung erzeugt ein Gefühl von Kraft und Lautstärke, das durch die Metapher der Ruten noch verstärkt wird. Der frühe Abend dringt ins Gemach, was darauf hindeutet, dass der Regen die Atmosphäre im Inneren des Hauses verändert. Im letzten Teil des Gedichts wird die Wirkung des Regens auf die Bewohner des Hauses beschrieben. Sie hören die langen Finger des Regens, die fahrig am Fenster kratzen. Die Personifizierung des Regens als etwas, das sich zu ihnen auf die Kissen legen will, verleiht dem Gedicht eine fast bedrohliche Stimmung. Es entsteht der Eindruck, dass der Regen nicht nur draußen, sondern auch im Inneren des Hauses präsent ist und die Bewohner in ihrer eigenen Umgebung eingeschlossen fühlt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Laute Wasserfluten schwemmen vom Dach
- Metapher
- Wir hören die langen Finger vom Regen
- Personifikation
- Die fahrig sich am Fenster bewegen, Als will der Regen sich zu uns auf die Kissen legen