Der Platz - Furnes

Rainer Maria Rilke

1875

Willkürlich von Gewesnem ausgeweitet: von Wut und Aufruhr, von dem Kunterbunt das die Verurteilten zu Tod begleitet, von Buden, von der Jahrmarktsrufer Mund, und von dem Herzog, der vorüber reitet, und von dem Hochmut von Burgund,

(auf allen Seiten Hintergrund):

ladet der Platz zum Einzug seiner Weite die fernen Fenster unaufhörlich ein, während sich das Gefolge und Geleite der Leere langsam an den Handelsreihn

verteilt und ordnet. In die Giebel steigend, wollen die kleinen Häuser alles sehen, die Türme vor einander scheu verschweigend, die immer maßlos hinter ihnen stehen.

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Illustration zu Der Platz - Furnes

Interpretation

Das Gedicht "Der Platz - Furnes" von Rainer Maria Rilke ist eine lyrische Betrachtung eines Platzes in Furnes, der von der Vergangenheit und ihren Geschichten durchdrungen ist. Das Gedicht beginnt mit einer Aufzählung von Elementen, die den Platz prägen: Wut, Aufruhr, Verurteilte, Buden, Jahrmarktsrufer und ein Herzog, der vorüberreitet. Diese Elemente verleihen dem Platz eine lebendige und turbulente Atmosphäre, die von der Geschichte und den Menschen, die ihn durchlebt haben, geprägt ist. Der zweite Teil des Gedichts beschreibt, wie der Platz seine Weite entfaltet und die fernen Fenster unaufhörlich einlädt. Das Gefolge und Geleite der Leere verteilt und ordnet sich an den Handelsreichen. Die kleinen Häuser steigen in die Giebel und wollen alles sehen, während die Türme vor einander scheu verschweigen, die immer maßlos hinter ihnen stehen. Diese Beschreibung vermittelt ein Gefühl von Dynamik und Bewegung, während gleichzeitig eine gewisse Stille und Leere im Raum zu spüren ist. Das Gedicht endet mit einem Bild von Türmen, die vor einander scheu verschweigen und immer maßlos hinter den kleinen Häusern stehen. Dieses Bild vermittelt eine gewisse Spannung und Ungleichheit zwischen den verschiedenen Elementen des Platzes. Insgesamt vermittelt das Gedicht einen Eindruck von einem Ort, der von der Vergangenheit und ihren Geschichten durchdrungen ist, aber auch von einer gewissen Leere und Stille, die in der Gegenwart herrscht.

Schlüsselwörter

willkürlich gewesnem ausgeweitet wut aufruhr kunterbunt verurteilten tod

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
von dem Hochmut von Burgund
Anapher
von Wut und Aufruhr, von dem Kunterbunt
Kontrast
die Türme vor einander scheu verschweigend, die immer maßlos hinter ihnen stehen
Metapher
auf allen Seiten Hintergrund
Personifikation
die fernen Fenster unaufhörlich ein