Der Pilgrim vor St. Just
1834Nacht ist′s und Stürme sausen für und für, Hispanische Mönche, schließt mir auf die Tür!
Laßt hier mich ruhn, bis Glockenton mich weckt, Der zum Gebet euch in die Kirche schreckt!
Bereitet mir was euer Haus vermag, Ein Ordenskleid und einen Sarkophag!
Gönnt mir die kleine Zelle, weiht mich ein, Mehr als die Hälfte dieser Welt war mein.
Das Haupt, das nun der Schere sich bequemt, Mit mancher Krone ward′s bediademt.
Die Schulter, die der Kutte nun sich bückt, Hat kaiserlicher Hermelin geschmückt.
Nun bin ich vor dem Tod den Toten Gleich, Und fall in Trümmer, wie das alte Reich.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Pilgrim vor St. Just" von August von Platen handelt von einem ehemaligen Herrscher, der vor einem Kloster Schutz sucht. Er bittet die spanischen Mönche, ihm die Tür zu öffnen, damit er dort die Nacht verbringen kann. Der Pilger wünscht sich, bis zum Morgen in Ruhe gelassen zu werden, wenn der Glockenton ihn zum Gebet in die Kirche ruft. Er bittet um einfache Nahrung und ein Ordenskleid sowie einen Sarkophag, da er sein Leben dem Klosterleben widmen möchte. Der Pilger erinnert sich an seine frühere Macht und seinen Reichtum, die mehr als die Hälfte der Welt umfassten. Er erwähnt, dass sein Haupt einst mit Kronen geschmückt war und seine Schulter mit kaiserlichem Hermelin. Nun, da der Tod naht, ist er den Toten gleich und wird wie das alte Reich in Trümmer fallen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Kaiserlicher Hermelin geschmückt
- Anapher
- Nacht ist′s und Stürme sausen für und für
- Apostrophe
- Hispanische Mönche, schließt mir auf die Tür!
- Hyperbel
- Mehr als die Hälfte dieser Welt war mein
- Kontrast
- Das Haupt, das nun der Schere sich bequemt, / Mit mancher Krone ward′s bediademt
- Metapher
- Die Schulter, die der Kutte nun sich bückt