Der neue Anzug
1866Ein neuer Anzug ist was Wundervolls, Ein neuer Anzug macht uns froh und stolz!
Ein neuer Anzug macht uns fromm und rein - Ein neuer Anzug ist ein Heiligenschein!
Dem Pöbel selbst, der, ach! so wenig ehrt, Macht uns ein neuer Anzug lieb und wert:
Und uns für uns, uns macht er zauberjung - Im neuen Anzug liegt Begeisterung!
Er ist die Kraft des Alls, das “Stirb und Werde,” Der Stein der Weisen und das Salz der Erde!
Ihr alle, die gestürzt im Wogenschwalle, Zieht neu euch an! das hilft in jedem Falle.
Gebt neuen Anzug euern alten Phrasen, So wird man ihnen Siegfanfaren blasen!
Gebt neuen Anzug euern Zwingmonarchen, So werdet ihr zufrieden weiterschnarchen!
Gebt neuen Anzug euern alten Göttern, So trotzen sie den Leugnern und den Spöttern!
Denn gerne bleibt die Welt dem Alten treu, Wenn′s nur den Anzug wechselt, nett und neu.
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Interpretation
Das Gedicht "Der neue Anzug" von Hanns von Gumppenberg handelt von der Macht der äußeren Erscheinung und der Veränderung. Es betont, wie ein neuer Anzug das Selbstbewusstsein stärken und die Wahrnehmung durch andere positiv beeinflussen kann. Der Anzug wird als Symbol für Erneuerung und Inspiration dargestellt, der den Träger fromm, rein und zauberjung macht. Er wird als universelle Kraft beschrieben, die zum "Stirb und Werde" führt und als der Stein der Weisen und das Salz der Erde bezeichnet. Das Gedicht ermutigt dazu, sich neu zu kleiden und alte Phrasen, Zwingmonarchen und Götter mit neuem Anzug zu versehen, um sie wieder attraktiv und überzeugend zu machen. Es deutet an, dass die Welt gerne am Alten festhält, solange es nur den Anzug wechselt und neu und nett aussieht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Wenn's nur den Anzug wechselt, nett und neu
- Apostrophe
- Ihr alle, die gestürzt im Wogenschwalle
- Hyperbel
- Ein neuer Anzug ist was Wundervolls
- Metapher
- So trotzen sie den Leugnern und den Spöttern
- Personifikation
- Ein neuer Anzug macht uns froh und stolz