Der müßige Pöbel

Gotthold Ephraim Lessing

1753

Um einen Arzt und seine Bühne Stand mit erstaunungsvoller Miene Die leicht betrogne Menge In lobendem Gedränge. Ein weiser Trinker ging vorbei, Und schriee: welche Polizei! So müßig hier zu stehen? Kann nicht das Volk zu Weine gehen?

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Interpretation

Das Gedicht "Der müßige Pöbel" von Gotthold Ephraim Lessing handelt von einer Menge, die erstaunt um einen Arzt und seine Bühne steht und ihn lobt. Die Menge scheint leicht getäuscht zu sein und befindet sich in einem Gedränge. Ein weiser Trinker geht vorbei und ruft aus: "Welche Polizei! So müßig hier zu stehen? Kann nicht das Volk zu Weine gehen?" Dies deutet darauf hin, dass der Trinker die Menschenmenge als untätig und unnötig ansieht. Das Gedicht kritisiert die leichtgläubige und bewundernde Menge, die sich um den Arzt versammelt hat. Es wird suggeriert, dass die Menschen von dem Arzt getäuscht werden und ihm blindlings folgen. Der weise Trinker hingegen erkennt die Sinnlosigkeit dieser Versammlung und fragt sich, warum die Menschen nicht ihrem eigentlichen Vergnügen nachgehen, nämlich dem Weintrinken. Lessing verwendet in diesem Gedicht eine satirische Herangehensweise, um die menschliche Dummheit und Naivität aufs Korn zu nehmen. Er zeigt, wie leicht die Menschen von Scharlatanen und Betrügern beeinflusst werden können. Das Gedicht regt zum Nachdenken über die Bedeutung von kritischem Denken und Skepsis an. Es verdeutlicht, dass man nicht blindlings der Masse folgen sollte, sondern seine eigenen Entscheidungen treffen und hinterfragen sollte.

Schlüsselwörter

arzt bühne stand erstaunungsvoller miene leicht betrogne menge

Wortwolke

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Stilmittel

Hyperbel
In lobendem Gedränge
Ironie
Ein weiser Trinker ging vorbei, Und schriee: welche Polizei! So müßig hier zu stehen?
Metapher
Um einen Arzt und seine Bühne
Personifikation
Die leicht betrogne Menge
Rhetorische Frage
Kann nicht das Volk zu Weine gehen?