Der Morgen

August Stramm

1915

Schwarz Graut Zerknittert schämig fahlig. Schweigen schleicht zu Bette! Schrecke lugen Horchen Ziepsen Drucken Ziepsen spürig Schrillen trotzig Rufen rufen Wachen auf Von Ast zu Ast. In die Winkel glupschen Lüfte Talpschen Dünste. Klatschen Flattern Knacken Schwirren Zerrt ins Fahle bleiche Fetzen! Blaublaß glasen Ströme zu Kristall! Klirrig Grellt der Himmel auf! Funken brennen Splitter glühen! Schauernd Wirbeln Tropfen Spiegel! Lichtgeblendet schwingt herauf Die Helle!

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Der Morgen

Interpretation

Das Gedicht "Der Morgen" von August Stramm beschreibt die allmähliche Verwandlung der Dunkelheit in das Licht des neuen Tages. Es beginnt in der Nacht, die als "Schwarz" und "Graut" beschrieben wird, und wechselt dann in eine Welt des Erwachens und der Bewegung. Die Natur erwacht, die Vögel beginnen zu singen und die Lüfte und Dünste bewegen sich durch die Ecken. Das Gedicht endet mit dem Aufgang der Sonne, die das Licht bringt und die Welt in ein neues Licht taucht. Das Gedicht ist in einer sehr bildhaften Sprache geschrieben, die den Leser in die Szene eintauchen lässt. Die Verwendung von Onomatopoesie, wie "Ziepsen", "Drucken" und "Schrillen", verleiht dem Gedicht eine musikalische Qualität und lässt den Leser die Geräusche der erwachenden Natur hören. Die Verwendung von Farben wie "Blaublaß" und "bleiche Fetzen" schafft eine visuelle Landschaft, die den Übergang von der Dunkelheit zum Licht darstellt. Das Gedicht kann auch als Metapher für den Übergang von der Dunkelheit zum Licht im Leben interpretiert werden. Die Dunkelheit kann als Symbol für die Schwierigkeiten und Herausforderungen im Leben stehen, während das Licht als Symbol für Hoffnung und Erneuerung dient. Das Gedicht ermutigt den Leser, den Übergang von der Dunkelheit zum Licht zu akzeptieren und die Schönheit und das Potenzial des neuen Tages zu erkennen.

Schlüsselwörter

ziepsen rufen ast schwarz graut zerknittert schämig fahlig

Wortwolke

Wortwolke zu Der Morgen

Stilmittel

Alliteration
Schwarz Graut Zerknittert schämig fahlig. Schweigen schleicht zu Bette! Schrecke lugen Horchen Ziepsen Drucken Ziepsen spürig Schrillen trotzig Rufen rufen Wachen auf Von Ast zu Ast. In die Winkel glupschen Lüfte Talpschen Dünste. Klatschen Flattern Knacken Schwirren Zerrt ins Fahle bleiche Fetzen! Blaublaß glasen Ströme zu Kristall! Klirrig Grellt der Himmel auf! Funken brennen Splitter glühen! Schauernd Wirbeln Tropfen Spiegel! Lichtgeblendet schwingt herauf Die Helle!
Anapher
Rufen rufen
Bildsprache
Blaublaß glasen Ströme zu Kristall! Klirrig Grellt der Himmel auf! Funken brennen Splitter glühen!
Onomatopoesie
Ziepsen Drucken Klatschen Flattern Knacken Schwirren
Wortbildungen
Zerknittert schämig fahlig