Der moralische Dichter
1796Ja, der Mensch ist ein ärmlicher Wicht, ich weiß - doch das wollt′ ich Eben vergessen und kam, ach, wie gereut mich′s, zu dir!
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Interpretation
Das Gedicht "Der moralische Dichter" von Friedrich von Schiller thematisiert die menschliche Fehlbarkeit und den Wunsch nach moralischer Reinheit. Der Sprecher gesteht ein, dass der Mensch ein "ärmlicher Wicht" ist, also ein armseliger, schwacher Mensch, und dass er dies gerade vergessen wollte. Doch er kam zu jemandem, möglicherweise einem moralischen Vorbild oder Gott, und bereut es nun, dass er diesen Versuch unternommen hat. Der Sprecher scheint mit seiner eigenen Moral und seinem Streben nach ethischem Verhalten zu hadern. Er erkennt die Unvollkommenheit des Menschen an, wollte dies aber für einen Moment verdrängen. Der Akt des Kommens zu einer höheren Instanz, sei es eine Person oder eine göttliche Macht, deutet auf den Wunsch hin, Rat oder Vergebung zu suchen. Die Reue, die der Sprecher empfindet, zeigt, dass er sich seiner Schwäche bewusst ist und sich schämt, sie nicht überwinden zu können. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Selbstreflexion und die Erkenntnis der eigenen Unzulänglichkeit. Es spricht die menschliche Natur an, die zwischen dem Wunsch nach moralischer Vollkommenheit und der Realität der eigenen Fehlerhaftigkeit schwankt. Der Sprecher scheint in einem inneren Konflikt zu stecken, der zwischen dem Ideal und der Realität, zwischen dem Streben nach Gutem und der Anerkennung der eigenen Schwäche, oszilliert.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Ja, der Mensch ist ein ärmlicher Wicht, ich weiß - doch das wollt′ ich
- Enjambement
- Ja, der Mensch ist ein ärmlicher Wicht, ich weiß - doch das wollt′ ich Eben vergessen und kam, ach, wie gereut mich′s, zu dir!
- Kontrast
- der Mensch ist ein ärmlicher Wicht, ich weiß - doch das wollt′ ich