Der Mond
1871Als Gott den lieben Mond erschuf, gab er ihm folgenden Beruf:
Beim Zu- sowohl wie beim Abnehmen sich deutschen Lesern zu bequemen,
ein a formierend und ein z - daß keiner groß zu denken hätt′.
Befolgend dies ward der Trabant ein völlig deutscher Gegenstand.
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Interpretation
Das Gedicht "Der Mond" von Christian Morgenstern ist eine humorvolle und ironische Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache und ihrer Eigenheiten. Es beginnt mit der Schöpfungsgeschichte des Mondes, der von Gott einen besonderen Auftrag erhält: sich den deutschen Lesern anzupassen, indem er bei seinem Wechsel von zunehmend zu abnehmend ein "a" und ein "z" formt. Diese Anweisung wird als eine Art sprachlicher Zwang interpretiert, der den Mond dazu bringt, sich den Regeln der deutschen Orthographie zu unterwerfen. Der Mond wird in diesem Gedicht als "Trabant" bezeichnet, was seine Rolle als Begleiter der Erde unterstreicht. Die Idee, dass der Mond sich den deutschen Lesern anpassen muss, ist eine humorvolle Anspielung auf die oft komplizierte und unlogische Natur der deutschen Sprache. Morgenstern nutzt diese Übertreibung, um die Absurdität der Sprache aufs Korn zu nehmen und gleichzeitig die Liebe zur deutschen Sprache zum Ausdruck zu bringen. Die letzte Zeile des Gedichts, "daß keiner groß zu denken hätt′", deutet darauf hin, dass die deutsche Sprache so komplex und voller Regeln ist, dass niemand mehr groß über sie nachdenken muss. Der Mond, der sich diesen Regeln unterwirft, wird so zu einem "völlig deutschen Gegenstand". Diese abschließende Aussage ist eine humorvolle Kritik an der deutschen Sprache und ihrer oft verwirrenden Natur, die der Mond durch seine Anpassung zu einem Teil des deutschen Kulturraums macht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Befolgend dies ward der Trabant
- Metapher
- sich deutschen Lesern zu bequemen
- Personifikation
- Als Gott den lieben Mond erschuf, gab er ihm folgenden Beruf